Biberach bietet Grundschulkindern ein vielfältiges Angebot
In Biberach gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Möglichkeiten für die Ferienbetreuung von Grundschulkindern. Die Stadt sieht deshalb im Moment keinen kurzfristigen Bedarf, das Angebot auszubauen. Zu dieser Einschätzung kommt die Verwaltung nach einer im Frühjahr erfolgten Elternumfrage.
Seit diesem Schuljahr haben Erstklässler einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung – auch in den Ferien. Bis zum Schuljahr 2029/2030 wird dieser schrittweise auf alle Grundschulklassen ausgeweitet.
Um die zukünftige Betreuung bestmöglich planen und an den tatsächlichen Bedarf anpassen zu können, rief das Amt für Bildung, Betreuung und Sport Eltern im Frühjahr dazu auf, an einer Umfrage teilzunehmen. 526 Rückmeldungen gingen ein, 405 Fragebögen wurden komplett ausgefüllt. Über die Ergebnisse informierte Amtsleiter Julian Adler im Hauptausschuss.
Eine zentrale Erkenntnis: Der überwiegende Teil der Eltern braucht in den Ferien keine ganztägige Betreuung, sondern ein Angebot bis 14 Uhr. Außerdem besteht insbesondere in der ersten Woche der Osterferien sowie in der ersten, zweiten und sechsten Woche der Sommerferien ein Betreuungsbedarf.
Adler betonte, dass es in Biberach bereits heute eine Vielzahl unterschiedlicher Betreuungsangebote in den Ferien gibt. „Wir sind gut aufgestellt dank einem vielfältigen Angebot von Kultureinrichtungen, Vereinen, Trägerinnen und Trägern.“ Dies würden auch die Umfrageergebnisse bestätigen. Die verschiedenen Anbieter seien gut vernetzt, Bildung, Betreuung und Kultur dadurch eng miteinander verknüpft. „Die Qualität der Angebote ist sehr hoch“, so Adler. „Dies führt zu einer großen Zufriedenheit bei den Eltern.“
Vielfältiges Angebot und freie Plätze
Ergänzend zu diesen Angeboten gibt es an der Birkendorf-, der Braith- sowie der Gaisental-Grundschule drei städtische Hortstandorte, wo die Kinder an Ferientagen ganztägig betreut werden. Analog zu den städtischen Kindergärten mit Ganztagsangebot sind die Horte an 27 Tagen im Jahr geschlossen – die fehlenden sieben Tage für den vollen Rechtsanspruch könnten Eltern über eines der anderen Angebote abdecken.
Zu diesen gehört auch das Programm „Ideenreich“ der Volkshochschule, das sich vorrangig an Kinder von Biberacher Grundschulen ohne Hort richtet. In Kooperation mit der vhs und verschiedenen Biberacher Firmen wird in vier Ferienwochen im Jahr Programm angeboten. Von den insgesamt 145 Plätzen kann das Amt für Bildung, Betreuung und Sport 35 belegen.
Während dieses städtische Kontingent bislang nur bedingt ausgeschöpft wurde, ergibt sich bei den Anmeldezahlen der Firmen ein anderes Bild. „Die Gesamtzahl an Plätzen ist gut genutzt“, berichtete Bildungs- und Kulturdezernentin Verena Fürgut. Da es bei diesem und weiteren Angeboten noch freie Plätze gibt, sieht die Verwaltung derzeit keinen unmittelbaren Bedarf, weitere Betreuungsmöglichkeiten in den Ferien zu schaffen.
„Wir werden die Entwicklung der Nachfrage in den kommenden Jahren aber kontinuierlich beobachten“, so Julian Adler. Verena Fürgut ergänzte, dass man zwischen Rechtsanspruch und tatsächlicher Nachfrage unterscheiden müsse. „Am Freitagnachmittag gibt es beispielsweise fast keinen Bedarf.“ Ausgebaut werden soll in jedem Fall die Öffentlichkeitsarbeit. 33 Prozent der Befragten gaben in der Umfrage an, bisher keine Kenntnis von den Ferienangeboten in Biberach gehabt zu haben.
Einheitliche Regeln
An den acht städtischen Grundschulen sind derzeit rund 700 Kinder in der Schulkindbetreuung. Für diese tritt nach einstimmigem Beschluss des Gemeinderats ab September 2027 eine einheitliche Benutzungs- und Gebührensatzung in Kraft, die auch die bisher separat geregelte Hortbetreuung umfasst.
Zudem erfolgt die Anmeldung zur Schulkindbetreuung künftig über ein digitales Portal. Auch die Regelungen zu Betreuungszeiten, Kündigungen und Gebühren werden angepasst. Die Gebührenmodelle sollen darüber hinaus perspektivisch stärker angeglichen werden, da derzeit Unterschiede zwischen Hort- und Schulkindbetreuung bestehen.