Tiefe Geothermie: Seismische Messungen stehen an
Im Auftrag des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) erfolgen auch auf Biberacher Gemarkung vibroseismische Messungen, um Daten für die tiefe Geothermie zu gewinnen. Betroffen ist vor allem der Ortsteil Ringschnait. Die Messungen im Raum Oberschwaben beginnen am Montag, 19. Oktober, und werden voraussichtlich am Freitag, 23. Oktober, Ringschnait erreichen.
Gemessen wird mittels spezieller Messfahrzeuge, sogenannter Vibro-Trucks. Außerdem werden Messgeräte (Geophone) ausgelegt. Für Fragen stehen Verantwortliche des LGRB mit einem Informationsstand am Samstag, 17. Oktober, von 8 bis 14 Uhr, auf dem Schadenhof bereit.
Um die Grundlagendaten für eine klimafreundliche Wärmegewinnung aus der Tiefe zu verbessern, macht das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau sogenannte 2D-seismische Messungen. Mithilfe von drei Vibro-Trucks werden über Bodenplatten Schallwellen ausgesendet, ähnlich einem Ultraschall für die Erde. Dieser breitet sich im Untergrund aus und wird von den Gesteinsschichten reflektiert. So wird der geologische Untergrund genauer erkundet. Dadurch entsteht ein Bild des geologischen Aufbaus bis in mehrere Kilometer Tiefe.
Eine Messung dauert dabei maximal 20 Sekunden. Zwischen den einzelnen Messpunkten liegen immer circa 30 Kilometer. Die Arbeiten erfolgen abschnittsweise und dauern insgesamt etwa zwei Wochen. Bei den Messungen finden keine Bohrungen statt und die verursachten Emissionen bleiben geringfügig und kurzzeitig.
Durch die Schallwellen besteht kaum eine Gefahr, dass Schäden an Leitungen oder Gebäuden entstehen. Dennoch kann in dicht besiedelten Gebieten oder wenn es andere Gründe gibt die maximale Schwingungszahl auf 30 Prozent zurückgefahren werden. Es wird alles darangesetzt, Schäden zu vermeiden. Stellen, die ein hohes Gefahrenpotential für Schäden bergen, werden ausgespart, zum Beispiel Kanal- und Gullydeckel sowie Flächen mit Verbundpflaster.
Nach Abschluss der Messungen werden die Daten ausgewertet und für die Fachplanung aufbereitet. Die Ergebnisse werden schließlich zusammengeführt, aufgearbeitet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Weitere Informationen gibt es unter https://www.seismik-oberschwaben.de/2026/10/02/messstart-der-2d-seismik-in-oberschwaben-am-19-oktober/.