Höhere Kindergartengebühren ab September - Gemeinderat beschließt Erhöhung um 4,5 Prozent
5,30 Euro pro Stunde: Dieser Verrechnungssatz liegt den aktuellen Kindergartengebühren in Biberach zugrunde. Ab September erhöht sich diese Berechnungsgrundlage für Regelgruppen auf 5,50 Euro. Der Anstieg um 4,5 Prozent orientiert sich am Landesrichtsatz der Kirchen und der kommunalen Landesverbände, der für das Kindergartenjahr 2027/28 eine weitere Erhöhung um vier Prozent vorsieht. Der Verrechnungssatz liegt dann bei 5,80 Euro pro Stunde. Für eine Familie mit einem Kind und einer Betreuungszeit von 30 Stunden in der Woche bedeutet dies für das kommende Kindergartenjahr eine Erhöhung von monatlich 159 auf 165 Euro. Ab 2027/28 kostet der Kindergartenplatz dann 174 Euro im Monat.
Julian Adler, Amtsleiter Bildung, Betreuung und Sport (ABBS), bekannte bei der Vorberatung im Hauptausschuss zwar, dass Gebührenerhöhungen „kein schönes Thema“ seien. Er betonte aber auch, dass Biberach in den vergangenen Jahren viel in den Betreuungsbereich investiert habe. „Und diese hohe Qualität kostet Geld.“ Die Kosten im Bereich der frühkindlichen Bildung würden stetig steigen, nicht zuletzt durch die aktuellen Tarifsteigerungen. Adler merkte an, dass der Kostendeckungsgrad weiterhin deutlich unter der 20-Prozent-Marke liege, die der Landesrichtsatz empfehle.
Der ABBS-Leiter verwies auch auf Entlastungsmöglichkeiten für Eltern. Darunter den Stadtpass und die Übernahme der Gebühren durch das Kreisjugendamt, wenn die finanzielle Belastung nicht zuzumuten ist. Auch bleibt das letzte Kindergartenjahr kostenfrei. Ursprünglich war zwar vorgesehen, dieses abzuschaffen, doch im Koalitionsvertrag für Baden-Württemberg haben Grüne und CDU ein verbindliches und kostenfreies letztes Kindergartenjahr als Ziel festgehalten. Deshalb will die Verwaltung zunächst die weiteren Entwicklungen auf Landesebene abwarten.
Mit sechs Gegenstimmen empfahl der Hauptausschuss dem Gemeinderat, der Gebührenerhöhung für die kommenden beiden Kindergartenjahre zuzustimmen. Dies tat der Gemeinderat vergangene Woche mit großer Mehrheit – elf Räte lehnten den Beschlussantrag ab.