Neue Wege und neue Konzepte beim Schützenfest 2026

In vier Wochen beginnt das Schützenfest 2026 – vom 17. bis zum 27. Juli wird in Biberach gefeiert, getanzt und gelacht. Die Stiftung Schützendirektion informierte vorab bei einem Pressetermin über das Wichtigste für die anstehenden Festtage. Neuerungen gibt es unter anderem bei der Abnahme, der Umzugsstrecke und auf dem Gigelberg.

Bild vergrößern: Schützenfest – Antrommeln Bild: © Frank Mosthof
Schützenfest – offizielle Eröffnung mit Abnahme der Trommlercorps und Spielmannszüge

  

Abnahme:
Bei der Abnahme am Schützensamstag, 18. Juli, 14 Uhr, setzt die Schützendirektion in diesem Jahr auf ein Konzept, das letztmals 2022 Anwendung fand. Die Trommler, Pfeifer und Fanfarengruppen marschieren in vier Blöcken auf den Marktplatz ein. Jede Gruppe präsentiert einen kurzen traditionellen Marsch. Anschließend verlässt der jeweilige Block den Marktplatz und kehrt über die Hindenburgstraße und die Karpfengasse fürs Schlussbild zurück. Die Schützendirektion verspricht sich davon mehr Zeit für die einzelnen Musikgruppen auf dem Marktplatz. Auch der Ablauf für die Fahnenabordnungen der Schulen wird modifiziert. Sie treffen nicht erst am Ende der Abnahme auf dem Marktplatz ein, sondern nehmen gestaffelt in zwei Gruppen zwischen den Blöcken auf den Tribünen Platz. Mit neuen Trommeln sind in diesem Jahr sowohl die PG-Mädels als auch die Spitaltrommler der Mali-Gemeinschaftsschule unterwegs.

Jahrgängerumzug:
Die Bauarbeiten in der Schulstraße sind abgeschlossen, die Jahrgänger können am Samstag, 18. Juli, wieder ihre gewohnte Umzugsstrecke nutzen. Diese führt über die Bürgerturmstraße, den Marktplatz, den Holzmarkt/Kapellenplatz und die Schulstraße zur Sennhofgasse. Am Viehmarkplatz löst sich der Umzug auf. Die Verantwortlichen appellieren an die Jahrgänger, die Umzugsstrecke möglichst zügig zu beschreiten und sich angemessen zu verhalten. „Wir sind bemüht, den Umzug zu beschleunigen“, sagt der für den Bereich Festzüge Mitverantwortliche Ralf Rothenbacher. Eine „goldene Lösung“ sei aber noch nicht gefunden worden, auch weil die Anzahl der Teilnehmenden von Jahr zu Jahr gefühlt zunehme. Vorsitzender Rainer Fuchs findet Bierflaschen in der Hand von Teilnehmenden und Badeschlappen nicht angebracht.

Bunter Zug:
Mehr als 4.000 Schülerinnen und Schüler der Biberacher Grundschulen und der Grundschulen umliegender Gemeinden sowie der Klassen fünf bis sieben der weiterführenden Biberacher Schulen machen sich am Schützenmontag, 20. Juli, auf den Weg. Wegen der Baustelle am Ulmer Tor muss in diesem Jahr sowohl für den Bunten Zug als auch den historischen Festzug die Umzugsstrecke geändert werden. Die neue Streckenführung startet über die Bahnhofstraße und die Pfluggasse. Da der Alte Postplatz künftig nicht mehr als Sammelpunkt dient, führt die Route am Ende über die Bürgerturmstraße, den Saumarkt und den Ehinger-Tor-Platz zum Bismarckring.

Historischer Festzug:
Der historische Festzug am Schützendienstag (21. Juli) und an Bauernschützen (26. Juli) wartet auch in diesem Jahr mit Neuigkeiten auf. Nachdem 2025 unter dem Titel „Auf de schwäbsch´e Eisebahne – Biberach wird an die Welt angeschlossen“ erstmals ein Teil der neuen Eisenbahngruppe zu sehen war, wird diese nun um ein Modell des Biberacher Bahnhofs erweitert. Mit dabei sind Reisende, dargestellt von Schülerinnen und Schülern der Birkendorf-Grundschule. Auch der acht Meter lange Materialwagen, der in Kooperation mit dem Öchsle-Verein entstand, ist in veränderter Form wieder Teil der Eisenbahngruppe. Ebenso die Eisenbahnarbeiter, die im Jahr 1849 die Eröffnung der Südbahn ermöglichten. Neu dabei ist die Türmerfamilie. Sie begleitet die im vergangenen Jahr umgebauten und neugestalteten Stadttorwagen. Türmer waren zur damaligen Zeit die Torwächter, die oftmals mit ihrer Familie auf den bewachten Türmen wohnten.

Schützentheater:
Das Schützentheater spielt in diesem Jahr „Aladin und die Wunderlampe“, am Samstag, 27. Juni, ist Premiere. Die Gesamtleitung liegt bei Yvonne von Borstel-Hawor. 280 Kinder stehen bis zum 29. Juli bei zahlreichen Vorstellungen auf der Bühne. Ein 24-köpfiges Orchester unter der Leitung von Andreas Winter begleitet das orientalische Märchen. Karten gibt es noch für viele Aufführungen unter www.biberacher-schuetzenfest.com/tickets.

Heimatstunde:
Mit den Geschehnissen der Reichsstadt Biberach in den Jahren 1727 bis 1733 beschäftigt sich die diesjährige Heimatstunde („Schlawiner und Halunken“). Alle vier Vorstellungen am Samstag, 18. Juli, und Sonntag, 19. Juli, sind ausverkauft.

Tanz auf dem Marktplatz:
Marktplatz, Holzmarkt und Schadenhof verwandeln sich am Sonntag, 19. Juli, ab 18.30 Uhr wieder in eine große Open-Air-Bühne. Während auf dem Schadenhof wie gewohnt DJs auflegen, spielen auf dem Marktplatz („Leck O´Mio“) und dem Holzmarkt („Midnight Special“) zwei Bands.

Tanz durch die Jahrhunderte:
Vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart: Zum 41. Mal findet in diesem Jahr der Tanz durch die Jahrhunderte statt. Für die Aufführungen am 22., 24. und 25. Juli auf dem Marktplatz sind noch Karten erhältlich.

Festplatz Gigelberg:
Rund 450 Bewerbungen sind für den Vergnügungspark auf dem Gigelberg eingegangen. Daraus hat die Schützendirektion 30 Fahrgeschäfte und 38 Verkaufsstände ausgewählt. Die zwischenzeitlich abgeschlossene Umgestaltung des Gigelbergs hat laut Marc Jungblut, der bei der Schützendirektion diesen Bereich verantwortet, nur zur geringfügigen Anpassungen geführt. Zwischen der alten Stadtbierhalle und der Gigelberghalle gibt es während der gesamten Schützenwoche wieder die kostenlosen Schützenspiele für Kinder von fünf bis zwölf Jahren.

Neu ist in diesem Jahr der „Wasenhimmel“. Statt wie bislang auf ein klassisches Bierzelt setzt die Schützendirektion auf diesen offenen und überdachten Biergarten mit Bühne, der vom Cannstatter Wasen bekannt ist. Das Programm umfasst Livemusik, DJ-Abende sowie kulinarische Angebote regionaler Anbieter.

Bieranstich ist am Freitag, 17. Juli, 18 Uhr, mit der Kleinen Schützenmusik. Ein Programmpunkt ist der Seniorennachmittag am Mittwoch, 22. Juli, mit vergünstigten Preisen. Im „Wasenhimmel“, der ab dem 4. Juli aufgebaut wird, sollen ab dem Viertelfinale auch die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft gezeigt werden – allerdings nur, wenn die deutsche Nationalmannschaft daran beteiligt ist.

Biberschießen/Ziehung:
Rund 3.380 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen sieben bis 13 gehen am Schützenmontag, 20. Juli, ab 11 Uhr beim Biberschießen an den Start. Die Hauptstufe der Schwarzbachschule, die 2025 zum ersten Mal teilnahm, ist nun dauerhaft dabei. Bewährt haben sich auch die im vergangenen Jahr erstmals ausgegebenen Zwei-Euro-Wertgutscheine, die an den Schießkassen das Bargeld ablösten. Diese können auf dem gesamten Festplatz eingelöst werden. Auch auf der Schützenfest-Website sind die Wertgutscheine, die darüber hinaus beim Tanz auf dem Marktplatz und beim Schwarz-Vere-Fest gültig sind, erhältlich. Neben dem Biberschießen gehört am Schützenmontag die Ziehung zu den Höhepunkten. 3.770 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen eins bis sechs hoffen ab 13 Uhr, das große Los in der Gigelberghalle zu ziehen.

Schützenbatzen/Schützengutsle:
Über den Schützenbatzen in Höhe von fünf Euro, gestiftet von der Firma Gerster, können sich die insgesamt etwa 6.700 Schüler an den Biberacher Schulen freuen. Dasselbe gilt für die Schützengutsle in individuellen Dosen, die bei der Ziehung und dem Biberschießen ausgegeben werden. Sie werden von Boehringer Ingelheim gestiftet.

Sicherheit:
Zentraler Bestandteil des fortgeschriebenen Sicherheitskonzepts ist der Zufahrtsschutz zu allen Veranstaltungen. Schützendirektion und Stadtverwaltung setzen wie in den Vorjahren auf stationäre (Betonklötze, Blumenkübel) und mobile Sperren (Fahrzeuge). Die großen Umzüge werden am Ende zudem durch einen Lkw des DRK abgesichert. „Dass die Menschen sicher feiern können, hat oberste Priorität“, sagt Rainer Fuchs, Vorsitzender der Stiftung Schützendirektion. Einen Dank richtet er in diesem Zusammenhang an die Stadtverwaltung, die in allen Sicherheitsfragen ein verlässlicher und kompetenter Partner sei. „Als Schützendirektion können wir die Anforderungen in diesem Bereich nicht allein stemmen.“

Wieder zum Einsatz kommen die SOS-Armbändchen für Kinder, auf deren Innenseite Eltern ihre Telefonnummer notieren können. Schützendirektion und DRK haben mit dieser Aktion in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht. Die Armbändchen im Schützenfestdesign sind im Infozentrum auf dem Gigelberg, der DRK-Wache auf dem Gigelberg sowie im Rathaus erhältlich.

Schützenbus:
Der Schützenbus wird analog zu den beiden Vorjahren über ein erweitertes Nahverkehrsangebot abgebildet. Der Landkreis verstärkt die Transportkapazitäten auf einzelnen Linien. „Dieses Konzept hat sich bewährt“, erklärt Rainer Fuchs, „es ist außerdem sowohl rechtlich als auch finanziell sicher“.

Abschied:
Für Rainer Fuchs ist das diesjährige Schützenfest das letzte als Vorsitzender der Stiftung Schützendirektion. Zum 1. August übernimmt Ralf Rothenbacher diesen Posten. Aus dem bisherigen Duo an der Spitze wird zudem ein Trio: Florian Ihler wird zusätzlicher zweiter Vorsitzender, Michael Mutschler hat dieses Amt bereits seit Februar 2025 inne. „Ich habe diese Aufgabe immer gerne gemacht, aber alles hat seine Zeit“, sagt Fuchs, der seit 18 Jahren in der Schützendirektion ist. Er freue sich, dass es um seine Nachfolge so gut bestellt sei.

Weitere Informationen gibt es unter www.biberacher-schuetzenfest.com. Der Ticketverkauf erfolgt online, telefonisch bei Schwäbisch Media unter 0751/29555777 sowie über den Kartenservice im Rathaus. Nicht benötigte Kontingente der Schützendirektion für die Tribünenplätze am Marktplatz für den Bunten Zug und die beiden historischen Festzüge werden, wie in den vergangenen Jahren auch, voraussichtlich Anfang Juli in den freien Verkauf gegeben.