Ehrenbürgerwürde für Isolde und Willi Liebherr
Der Gemeinderat hat vor kurzem beschlossen, Isolde und Willi Liebherr für ihre unternehmerischen Verdienste um die Firmengruppe Liebherr mit der Ehrenbürgerwürde auszuzeichnen. Sie führen die Firmengruppe in zweiter Generation und haben sich um den Betrieb und um die Stadt Biberach verdient gemacht. Die Ehrenbürgerwürde ist die höchste Auszeichnung der Stadt Biberach.
Dr. h.c. Isolde Liebherr (geboren 1949) und Dr. h.c. Willi Liebherr (geboren 1947) traten in den 1970er Jahren gemeinsam mit ihrem Vater und Unternehmensgründer Hans Liebherr in die Unternehmensführung ein, der diese bis dahin alleine innehatte. Nach seinem Tod im Jahr 1993 übernahmen sie gemeinsam die Leitung der Firmengruppe. Unter der Ägide der Geschwister wuchs das Unternehmen weiter: Von 1993 bis 2023 – in 30 Jahren erfolgreicher Tätigkeit – konnten sie die Zahl der Beschäftigten mehr als verdreifachen und den Jahresumsatz vervielfachen. Strategische Investitionen, technologische Weiterentwicklungen, die fortschreitende Internationalisierung und eine zukunftsweisende Organisationsstruktur prägten ihre Unternehmensführung.
Auf diese Weise hat sich das Unternehmen organisch zu einem internationalen Technologieführer in zahlreichen Branchen und Märkten entwickelt. Ein Umsatz von rund 14,8 Milliarden Euro im Jahr 2025 sowie die Beschäftigung von über 55.000 Menschen in weltweit mehr als 150 Einzelgesellschaften belegen den nachhaltigen Erfolg. In 2023 übergaben Isolde Liebherr und Willi Liebherr ihren Vorsitz im Verwaltungsrat der Liebherr-International AG an Jan Liebherr und Stéfanie Wohlfarth, als Teil der dritten Generation aktiver Familiengesellschafter. Das Unternehmen wird damit heute von der zweiten und dritten Unternehmergeneration geleitet.
Die jüngste bedeutende Investition am historischen Standort der Liebherr-Turmdrehkrane in der Memminger Straße in Biberach unterstreicht das langfristige Bekenntnis der Firmengruppe zur Region und zur Stärkung eines zukunftsfähigen Standorts als Grundlage für die Fortführung der Liebherr-Erfolgsgeschichte in Biberach. „Ich freue mich, dass der Gemeinderat meinem Vorschlag gefolgt ist, Isolde und Willi Liebherr zu Ehrenbürgern zu ernennen. Dass Unternehmensverantwortliche sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zum Standort Deutschland bekennen, ist nicht selbstverständlich und kann nicht hoch genug wertgeschätzt werden“, sagt Oberbürgermeister Norbert Zeidler. Die Prätendenten wurden von ihm über den Beschluss informiert und nehmen die Auszeichnung gerne an.
„Für meine Schwester und mich hat Biberach eine ganz besondere Bedeutung. In der Region in und rund um Biberach produzieren wir an sieben Standorten mit mehr als 17.000 Mitarbeitenden unter anderem Krane, Bagger, Betonpumpen, Flugzeugkomponenten, Verzahnmaschinen, Komponenten für Maschinen und Kühl- und Gefriergeräte. Allein im Landkreis Biberach zählt unser Unternehmen über 10.000 Mitarbeitende. Die Ehrenbürgerwürde dieser für mich und unser Unternehmen so bedeutsamen Stadt entgegennehmen zu dürfen, freut mich daher ganz besonders.“, betont Willi Liebherr, Mitglied des Verwaltungsrats der Liebherr-International AG.
Seine Schwester, Isolde Liebherr, ebenfalls Mitglied des Verwaltungsrats der Liebherr-International AG, ergänzt: „Unser Vater legte im Jahr 1954, nur wenige Jahre nach der Unternehmensgründung in 1949, in Biberach den Grundstein für die langfristige Entwicklung und Produktion von Turmdrehkranen. Das Produktsegment, das mit dem TK 10 das erste Produkt der Firmengruppe hervorbrachte, hat bis heute seinen Hauptsitz hier. Wir blicken in dieser Stadt auf eine außergewöhnliche Historie zurück und zugleich in eine vielversprechende Zukunft. Die Ernennung zur Ehrenbürgerin ist nicht nur für mich persönlich eine große Auszeichnung, sondern verleiht daneben auch der besonderen Geschichte unseres Unternehmens in Biberach nochmals Nachdruck.“
Ein Termin für die öffentliche Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Isolde und Willi Liebherr wird noch abgestimmt.
Isolde Liebherr ist nach Elisabeth Karoline Emma Maria Hecht (1854 bis 1938) und Sieglinde Vollmer (1924 bis 2025) erst die dritte Frau, die mit der Biberacher Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet wird. Mit Thomas Handtmann und Adrian Kutter hat Biberach derzeit nur noch zwei weitere lebende Ehrenbürger.