Stadtmarketing zeigt Wirkung
Das Biberacher Stadtmarketing hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt, ist längst eine wichtige Säule der Innenstadtentwicklung. Dies geht aus dem Stadtmarketingbericht für den Zeitraum von 2020 bis 2026 hervor, den Ralf Miller, Erster Bürgermeister und Wirtschaftsförderer, im Hauptausschuss präsentierte.
Seit dem Jahr 2020 ist das Stadtmarketing dem Amt für Liegenschaften und Wirtschaftsförderung zugeordnet, zuvor war es Teil des Kulturdezernats. Eine Entscheidung, die sich nach Ansicht der Verwaltung bewährt hat: „Wirtschaftliche Themen, die für die Entwicklung der Innenstadt von Bedeutung sind, können seither enger miteinander verknüpft und aus einer Hand bearbeitet werden.“ Dies betreffe unter anderem den Einzelhandel und die Gastronomie, das Leerstandsmanagement, die Vernetzung der örtlichen Akteure, die Digitalisierung sowie die Attraktivität und Wahrnehmung der Innenstadt.
Ausgangspunkt der organisatorischen Neuausrichtung vor sechs Jahren war das neue Stadtmarketingkonzept, das bis heute gemeinsam mit der 2023 vom Gemeinderat verabschiedeten Innenstadtstudie den Rahmen für die Arbeit des Stadtmarketings vorgibt. „Die Hauptaufgabe des Stadtmarketings besteht darin, die Kommune als attraktiven, lebendigen und wettbewerbsfähigen Ort zu präsentieren“, erklärte Ralf Miller im Hauptausschuss.
Wichtig sei hierfür die Zusammenarbeit und der regelmäßige Austausch mit allen Interessensgruppen. „Stadtmarketing ist eine freiwillige Aufgabe, aber eine, die im Städtewettbewerb essenziell ist.“
Basierend auf den Ergebnissen der Innenstadtstudie und dem im Jahr 2022 erfolgten Bürgerdialog „Platz für alle“ orientiert sich das Stadtmarketing an drei zentralen Handlungsfeldern: Frequenz und Attraktivität, Aufenthaltsqualität sowie Leerstandsmanagement.
Beim erstgenannten Schwerpunkt reicht die Bandbreite von regelmäßigen Austauschen (Arbeitskreis Citymarketing, Innenstadtrundgang) über neue Formate (Erlebnistour, Adventskalender) bis hin zu Sichtbarkeit und Werbung sowie Qualifizierungsangebote. Auch die Märkte, die Miller als „dauerhaft wichtige Frequenzbringer“ bezeichnete, und Events der Werbegemeinschaft wie Lange Einkaufsnacht, Musikfrühling oder Sommerlounge finden sich hier wieder. „Die Veranstaltungen sind das Salz in der Suppe. Ohne sie wäre das Stadtmarketing nicht so erfolgreich.“
Bei der Aufenthaltsqualität hat sich laut Miller in den vergangenen Jahren ebenfalls viel getan – ein konkretes Beispiel ist die 2024 erfolgte Aufwertung des östlichen Marktplatzes mit Pflanzkübeln und Sitzmöglichkeiten. Auch über die Entwicklung des dritten zentralen Handlungsfelds, das Leerstandsmanagement, äußerte sich der Erste Bürgermeister angetan.
Unter dem Motto „Biberacher Freiräume – meine Chance“ gab es seit November 2023 vier Aktionstage, an denen Interessierte sich über freie Gewerbeflächen informieren und diese besichtigen konnten. Dieses Konzept macht das Leerstandsmanagement darüber hinaus ganzjährig sichtbar, das Stadtmarketing ist fortlaufend im Austausch mit Eigentümern und potenziellen Nutzern.
Die von Miller angesprochene „sehr gute Erfolgsbilanz“ untermauerte Tanja Volk vom Stadtmarketing mit Zahlen. Von 22 „Freiräume“-Flächen hätten 16 zwischenzeitlich eine Nachnutzung gefunden. Miller schloss seine Ausführungen zum Stadtmarketingbericht mit einem optimistischen Ausblick. Eine attraktive Stadt, wie es Biberach sei, sei zwar kein Selbstläufer. „Aber wir stehen vor einer guten Zukunft.“