Neue Ampeln für pünktlichere Busse

Der Biberacher Stadtlinienverkehr soll wieder pünktlicher werden. Zentraler Baustein sollen neue Ampelanlagen in der Memminger Straße und im Industriegebiet Aspach sein, die die Fahrzeitverluste für die Busse reduzieren.

Bild vergrößern: Kreuzung Memminger-Straße und Königsbergallee Bild: © Stadt Biberach
An acht Kreuzungen wie hier in der Memminger Straße werden Ampeln umgebaut, damit die Busse im Stadtlinienverkehr schneller unterwegs sind.

  

Nach der Anpassung des Fahrplans 2025 hat sich die Pünktlichkeit im Stadtlinienverkehr zwar verbessert, liegt aber weiterhin unter dem Niveau früherer Jahre. Im Februar dieses Jahres wurde ein Wert von 83,5 Prozent erreicht, in den Vorjahren lagen die Werte zwischen 87 und 90 Prozent. Besonders betroffen sind die Linien 1 und 2 – mit denen 43 Prozent der Fahrgäste unterwegs sind.

Abhilfe schaffen soll eine Ausweitung der so genannten Busbeschleunigung an Ampeln, bei der Busse während der Fahrt über Funk „Grün“ anfordern können. Denn Anpassungen des Fahrplans reichen allein nicht mehr aus, um die steigende Verkehrsbelastung, zusätzliche Temporeduzierungen und immer wieder vorkommende Baustellen auszugleichen. Vielmehr drohen weitere Verspätungen, wenn nicht gehandelt wird. Dies erklärten Tiefbauamtsleiter Peter Münsch und Helmut Schilling, bei den Stadtwerken verantwortlich für den ÖPNV, bei der Vorberatung im Bauausschuss. Die Busbeschleunigung sei ein zentraler Baustein zur Stabilisierung des Betriebs. Sie wirke direkt an den Engpassstellen, sei schnell umsetzbar und führe in der Regel zu keinen oder nur geringen Beeinträchtigungen des Individualverkehrs.

Ertüchtigt werden sollen die drei Kreuzungen der Memminger Straße mit der Theodor-Heuss-Straße, der Hans-Liebherr-Straße und der Königsbergallee sowie fünf Kreuzungen im Industriegebiet Aspach ab der Ernst-Boehringer-Straße. Die Ampelanlagen sind bis zu 46 Jahre alt, Ersatzteile mitunter nicht mehr verfügbar. Die Busbeschleunigung soll nicht nur zur technischen Modernisierung, sondern auch zum Umstieg auf den präziseren und flexibleren Digitalfunk genutzt werden. Bei den Analogfunkfrequenzen ist ohnehin davon auszugehen, dass diese in absehbarer Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die Gesamtkosten für die von Stadt und Stadtwerken getragene Maßnahme liegen voraussichtlich bei rund 530.000 Euro netto. Davon entfallen 449.000 Euro auf die Ampeln und 81.000 Euro die Busse. Verwaltung und Stadtwerke rechnen mit Fördermitteln in Höhe von bis zu 187.000 Euro, sofern die Stadt den Klimamobilitätsplan beschließt. Andernfalls könnte der Fördersatz nur bei 50 Prozent anstatt der nun veranschlagten 75 Prozent (bei förderfähigen Kosten von 250.000 Euro) liegen.

Die Kosten für die Erneuerung der Ampeln verbleiben bei der Stadt, abzüglich des Zuschusses und inklusive Umsatzsteuer geht es um rund 365.000 Euro. Die Investitionen in die Busse fließen in die Spartenrechnung des ÖPNV und werden anteilig von Stadt und Landkreis übernommen.

Die Beschlussempfehlung an den Gemeinderat fiel einstimmig aus. Dieser beschloss die Erneuerung der Ampeln ebenfalls einstimmig. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hatte dem Vorschlag bereits im Juli zugestimmt. Die Umsetzung ist für das kommende Jahr geplant.