Gezielte Pflege für gesunde Baumbestände

Die Stadt Biberach möchte ihre innerörtlichen waldartigen Gehölzbestände langfristig erhalten. Welche Maßnahmen hierfür notwendig sind, erklärte die Stadtverwaltung bei einer Informationsveranstaltung am Beispiel des Hangwäldchens zwischen der Memminger Straße und der Bergerhauser Straße.

Bild vergrößern: Infoveranstaltung Baumpflege Bild: © Stadt Biberach
Uwe Stehle (r.) erklärt bei der Informationsveranstaltung, weshalb manche Bäume entfernt werden müssen.

  

Bereits im Juli war der Gemeinderat darüber informiert worden, wie in den nächsten Jahren mit waldartigen Beständen in der Innenstadt umgegangen werden soll. Das Stadtplanungsamt präferiert einen Waldumbau, bei dem aktiv in die Bestände eingegriffen wird. Geschwächte und abgängige Bäume werden entfernt, um den verbleibenden Bäumen den nötigen Raum für eine gesunde Entwicklung zu geben.

Wie dies im Einzelfall aussehen kann, erläuterten Tobias Reisenauer (Stadtplanungsamt) und Uwe Stehle (Baumpflege Stehle aus Bergatreute) bei einem Vor-Ort-Termin am Hangwäldchen an der Memminger Straße beim alten evangelischen Friedhof, zu dem rund zwei Dutzend Interessierte gekommen waren. Reisenauer erklärte, dass der dortige Baumbestand vor rund 20 Jahren das letzte Mal gepflegt wurde. Mitunter gehe Totholz ab. So im vergangenen Jahr, als ein Auto auf dem Friedhofsparkplatz durch herabfallendes Totholz beschädigt wurde. „Wir müssen die Verkehrssicherheit gewährleisten, daher ist eine regelmäßige Kontrolle der Bäume zwingend erforderlich.“

Ein Teil des Wäldchens ist zwischenzeitlich als sogenannter Bodenschutzwald ausgezeichnet, der seinen Standort und benachbarte Flächen unter anderem vor Erosionen schützt und die Hanglage stabilisiert. Für den geplanten Waldumbau waren im Frühjahr jene Bäume markiert worden, die entfernt werden sollen – zwischen 130 und 150, so Reisenauers Einschätzung. Nachdem sich der Gemeinderat allerdings für lediglich punktuelle Pflegemaßnahmen mit geringen Eingriffen stark gemacht hatte, wurde die Anzahl der Bäume, die gefällt werden, wieder etwas reduziert. „Ein Kompromiss“, sagte Reisenauer.

Uwe Stehle, der in der ersten Oktoberhälfte mit den Baumpflegearbeiten starten will, charakterisierte den Bestand entlang der Memminger und Bergerhauser Straße als überwiegend vital und intakt. Nur vereinzelt seien ein Pilzbefall oder das Eschentriebsterben ein Problem. „Die Grundlage hier ist super, den Bäumen geht es gut.“ Klar sei aber auch: „Es muss etwas gemacht werden.“ Durch die Naturverjüngung und die in der Vergangenheit ausgebliebenen Pflegemaßnahmen stünden Robinie, Esche, Spitzahorn und Co. oft zu dicht beieinander und damit in Konkurrenz um Platz und Licht. Die Folge seien lange dünne Baumstämme mit kleinen Kronen, die nicht in die Breite wachsen könnten. „Die Bäume brauchen mehr Licht“, erklärte Stehle. „Wir fördern einzelne Individuen und schauen, dass diese den Platz kriegen, den sie benötigen.“ Im Inneren des Hangwäldchens werde hingegen auf Eingriffe verzichtet.

Bei einem Rundgang veranschaulichte Stehle, weshalb manche Bäume weichen müssen. „Wenn früher eingegriffen worden wäre, hätten sich einzelne Bäume besser entwickeln können.“ Jetzt gelte es, gezielt auf „Zukunftsbäume“ zu setzen und diesen bestmögliche Standortbedingungen zu ermöglichen. Tobias Reisenauer verdeutlichte nochmals das übergeordnete Ziel, das für alle innerörtliche, steile waldartige Bestände gilt. „Wir wollen einen langfristig gesunden und widerstandsfähigen Mischbestand.“ Damit gingen auch zwei wichtige Punkte einher: die Verkehrssicherheit und die Stabilität der betroffenen Hänge.

Bild vergrößern: Infoveranstaltung Baumpflege (2) Bild: © Stadt Biberach
Rund zwei Dutzend Interessierte ließen sich die Baumpflege erklären.