CDU und Grünen fordern grünere Innenstadt
Die Gemeinderatsfraktionen der CDU und der Grünen fordern in zwei gemeinsamen Anträgen mehr begrünte Straßen und Fassaden in Biberach. Ein Ansinnen, das die Stadtverwaltung ausdrücklich begrüßt. Allerdings äußert sie auch Zweifel, ob die Maßnahmen wie gewünscht umsetzbar sind.
Konkret hatten die beiden Fraktionen im ersten Antrag gefordert, dass die Verwaltung ein Konzept zur Förderung von bodengebundener Fassadenbegrünung in der Innenstadt entwickeln soll. Damit sollen Entsiegelungen einhergehen, die das „Schwammstadt“-Prinzip stärken.
Im zweiten beantragten sie, für bestimmte Straßen in der Innenstadt begrünte Seilkonstruktion oder ein Rankgerüst über der Straße mittels geeigneter Kletterpflanzen zu überprüfen („grünes Dach“). Beide Anträge zielen darauf ab, gerade in den heißen Sommermonaten für mehr Schatten und Abkühlung in der Innenstadt zu sorgen, Regenwasser soll außerdem besser versickern können.
Stadtplanungsamtsleiter Roman Adler erklärte im Bauausschuss, die Zielsetzungen der beiden Anträge – zu denen auch eine Attraktivitätssteigerung der Innenstadt gehört – ausdrücklich zu begrüßen. Die Stadt fördere schon lange private Fassadenbegrünungen und Entsiegelungen. Das Umweltschutzförderprogramm sei 2023 deutlich stärker auf solche Maßnahmen ausgerichtet worden. Allerdings werde die Förderung kaum nachgefragt, seit 2023 habe es lediglich eine Anfrage gegeben.
„Die Bereitschaft, die eigene Fassade in der Altstadt zu begrünen, ist gering“, so Adler. Auch eine Begrünung durch das Überspannen einzelner Straßen beurteilte der Stadtplanungsamtsleiter zurückhaltend. In der Hindenburgstraße sei dies bereits geprüft worden. Die Umsetzung sei statisch sehr aufwendig. Zudem fehlten in Biberach in Gegensatz zu anderen Städten, die beispielsweise während der Fasnet ihre Straßen dekorieren, Befestigungen an den Fassaden. „Alle Hauseigentümer müssten mitziehen“, verdeutlichte Adler.
Hinzu kämen die Belange des Denkmalschutzes. Er betonte, dass eine ganzheitliche Betrachtung des Themas zielführend sei. Es müsse geprüft werden, was machbar und sinnvoll ist, auch unter Berücksichtigung der „vielen Nutzungskonflikte“ in der Altstadt. Die Verwaltung schlug deshalb vor, ein „Zukunftskonzept klimaresiliente Innenstadt Biberach“ erstellen zu lassen. Verwaltungsintern seien hierfür keine Personalressourcen vorhanden, sagte Adler. Im kommenden Jahr soll deshalb ein externer Planer gesucht werden, der ab 2028 gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt die Umsetzung angeht. 75.000 Euro sind hierfür vorgesehen. Um mit gutem Beispiel voranzugehen, soll eine begrünte Fassade im Sennhofareal geplant werden.
Die Zustimmung für die Fassadenbegrünung im Sennhofareal fiel einstimmig aus. Ebenso war man sich im Bauausschuss darüber einig, dass die Fördersätze für private Maßnahmen überprüft und die Werbetrommel für begrünte Fassaden gerührt werden soll. Ein separates Konzept wird vorerst nicht erstellt.