Baubeginn der Gemeindeverbindungsstraße Blosenberg ist frühestens 2030
Die Gemeindeverbindungsstraße (GV) Blosenberg ist eines der wichtigsten Biberacher Infrastrukturprojekte in den kommenden Jahren. Sie soll in Zukunft das Talfeld mit dem Gewerbegebiet Aspach verbinden und die Lärmschwerpunkte Bergerhauser sowie Ulmer Straße vom Verkehr entlasten. Der Bauausschuss wurde jüngst über den aktuellen Fortschritt der Planungen informiert. Ein Baubeginn dürfte demnach frühstens im Jahr 2030 erfolgen.
Bereits Ende 2024 hatte der Gemeinderat der Vorentwurfsplanung für das zentrale Straßenbauprojekt zugestimmt. Seither laufen zahlreiche Abstimmungen mit Planern und Behörden, allen voran dem Regierungspräsidium.
Laut Tiefbauamtsleiter Peter Münsch sei eine Umweltverträglichkeitsprüfung wahrscheinlich notwendig, bei der auch der geplante B30-Aufstieg berücksichtigt werden muss. Diese soll bis Ende 2027 dauern. Parallel werden die Unterlagen für das sogenannte Scoping-Verfahren vorbereitet, bei dem Inhalt, Umfang und Detailtiefe der erforderlichen Umweltuntersuchungen festgelegt werden.
Die vorkommenden Tierarten wurden bereits 2021 erfasst, die Daten werden derzeit aktualisiert. Diese vertiefenden Untersuchungen dauern noch bis März. Das dazugehörende Gutachten soll Mitte 2027 vorliegen, anschließend muss die Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung erarbeitet werden. Bestandteil der Planungen sind auch eine aktualisierte Verkehrsprognose des Landkreises, weitere Untersuchungen zum Starkregenrisikomanagement und die Flussgebietsuntersuchung des Mettenberger Bachs.
Für das erste Quartal 2027 ist die europaweite Ausschreibung weiterer Planungsleistungen vorgesehen, wozu beispielsweise Immissionen, Emissionen, die Renaturierung des Mettenberger Bachs und der Hochwasserschutz gehören. Ab Mai 2027 sollen alle erforderlichen Fachplaner verfügbar sein. Die Planungen erfolgen dann im Laufe des kommenden Jahres und sind Bestandteil des Planfeststellungverfahrens, dessen Unterlagen nach Einschätzung der Verwaltung frühestens Ende 2027 vollständig sind.
Eine vorgezogene Bürgerbeteiligung soll im zweiten Quartal 2027 stattfinden. Eine Veranstaltung ist für Bürger geplant, eine für betroffene Grundstückseigentümer. Das offizielle Planfeststellungverfahren könnte im Jahr 2028 erfolgen. In diesem Fall könnte frühestens im September 2028 der Förderantrag zur Aufnahme ins Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz gestellt werden. Mit einem Bescheid rechnet die Verwaltung nicht vor April 2029.
Bis zu diesem Zeitpunkt müssen die Ausschreibungsunterlagen weitestgehend finalisiert werden, damit auf Basis der aktuellen Kosten der eigentliche Förderantrag gestellt werden kann. „Stand heute gehen wir davon aus, den Bau Ende des Jahres 2029 auszuschreiben“, so Tiefbauamtsleiter Münsch. Der Spatenstich erfolgt somit frühstens im Jahr 2030. Sollte dieser Zeitplan eingehalten werden, könnte die GV Blosenberg Ende 2032 gebaut sein.
Münsch ergänzte, angesichts der vielen offenen Fragen könne keine Kostenfortschreibung erfolgen. „Wir sind keine Hellseher im Tiefbauamt.“ Die Planung sei belastbar, die aktuellen Verkehrsdaten aus dem Jahr 2023 seien zugrunde gelegt. Für die juristische Begleitung des umfangreichen und komplexen Verfahrens hat die Verwaltung bereits eine Kanzlei beauftragt.