Alter Postplatz soll grüner werden

Viel versiegelte Fläche, wenig Grün und eine mangelhafte Entwässerung: Der Alte Postplatz weist, obwohl erst im Jahr 2017 umgestaltet, zahlreiche Defizite auf. Die 3.700 Quadratmeter große Fläche muss deshalb erneut angegangen werden.

Bild vergrößern: Alter Postplatz
Der Alte Postplatz muss abermals umgestaltet werden. Handlungsbedarf ergibt sich insbesondere aus der mangelhaften Entwässerung.

  

Der Alte Postplatz bildet den tiefsten Punkt in der Biberacher Altstadt, sodass sich hier Niederschlagswasser sammelt. Insbesondere im nördlichen Teil bei den Gebäuden 14 und 16. Tiefbauamtsleiter Peter Münsch erklärte im Bauausschuss, dass sich dort bei Starkregen Pegelstände von über einem Meter bildeten. Eine Tatsache, die bei der Planung vor rund zehn Jahren „verkannt“ worden sei.

Die Stadt reichte aufgrund der Planungsfehler Klage gegen das damalige Planungsbüro ein. Vor dem Oberlandesgericht Stuttgart wurde ein Vergleich geschlossen. Das Büro zahlt Schadenersatz in Höhe von rund 92.000 Euro für die Sanierung der Oberflächenentwässerung.

Wie Peter Münsch ausführte, müsse allein schon für ein zehnjähriges Regenereignis ein zusätzliches Retentionsvolumen von zwölf Kubikmeter geschaffen werden. Der Mischwasserkanal könne diese Menge nicht aufnehmen, es brauche andere Lösungen. Unterirdische Speichermöglichkeiten seien zudem herausfordernd, weil der Grundwasserspiegel bereits einen Meter unter der Oberfläche beginne.

Abhilfe schaffen sollen – neben versickerungsfähigem Pflaster – sogenannte Senkbeete. Je nach Variante sollen in etwa neun oder 14 von ihnen über den Platz verteilt werden. Sie sollen als Sicker- und Speicherfläche dienen und jeweils mit einem Baum bepflanzt werden. Pro Beet müsste allerdings ein Parkplatz wegfallen.

Stadtplanungsamtsleiter Roman Adler ergänzte, dass die Anordnung der insgesamt 65 Parkplätze zwar genauer betrachtet worden sei. „Der Parkplatz ist aber absolut ausgereizt und optimiert.“ Manche Parkplätze seien nicht einmal fünf Meter tief.

Die Baumpflanzungen würden indes einem weiteren Problem entgegenwirken: Der versiegelte und fast komplett asphaltierte Alte Postplatz heizt sich im Sommer stark auf, bei der Umgestaltung wurde lediglich ein neuer Baum gepflanzt. „Im Hinblick auf den Klimawandel ist die damalige Planung und somit der aktuelle Zustand des Alten Postplatzes ebenfalls fachlich als mangelhaft zu bewerten“, so die Einschätzung der Verwaltung.

Auf neue Bäume vor dem Amtsgericht wurde seinerzeit verzichtet, damit die Sicht auf das denkmalgeschützte Gebäude nicht eingeschränkt wird. Hinzukommt: Die fast 200 Jahre alte Eiche zwischen dem Platz und dem benachbarten Klostergarten ist so stark geschädigt, dass sie nach und nach abstirbt. Auch beim Bürgerbeteiligungsprozess „Platz für alle“ kam vor ein paar Jahren der Wunsch nach mehr Bäumen auf, ebenso wurde eine überdachte Abstellanlage für Fahrräder angeregt.

Die Entwurfsplanung wird nach dem einstimmigen Votum im Bauausschuss auf Grundlage jener Variante erarbeitet, die etwa neun neue Bäume vorsieht. Die abermalige Umgestaltung soll 2027 erfolgen.