Hinter den Türen der Biberacher KulturDas Komödienhaus

Viele Biberacherinnen und Biberacher kennen das Komödienhaus am Viehmarktplatz.  Mit seinen Fensterläden und der auffälligen Fassadenmalerei wirkt das Gebäude schon von außen besonders.Wie viel Geschichte in ihm steckt und was hier heute passiert, erschließt sich jedoch erst beim genaueren Hinsehen.

Die Geschichte des Gebäudes selbst reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Über Jahrhunderte hinweg wurde es unterschiedlich genutzt: Während im Obergeschoss Theater gespielt wurde, diente das Erdgeschoss lange Zeit als Schlachthaus. Alltag und Kultur lagen hier also buchstäblich übereinander.

Welche Bedeutung hat das Komödienhaus für die Theatergeschichte?

Eine besondere Rolle spielt das Jahr 1761: Unter der Leitung von Christoph Martin Wieland wurde im Komödienhaus erstmals ein Shakespeare-Stück in deutscher Sprache aufgeführt – „Der Sturm“. Damit wurde Biberach früh Teil einer Entwicklung, die das Theater in Deutschland nachhaltig geprägt hat.

Wer nutzt das Komödienhaus heute?

Heute ist das Komödienhaus eine beliebte Kleinkunstbühne und wird vom Kulturamt der Stadt Biberach betrieben und verwaltet. Es ist zugleich die Heimat des Dramatischen Vereins Biberach e.V. – des ältesten Amateurtheaters Deutschlands. Seit Jahrhunderten stehen hier Menschen aus der Stadt selbst auf der Bühne und gestalten das kulturelle Leben aktiv mit.

Jährlich finden im Komödienhaus rund 100 Veranstaltungen statt – von Theateraufführungen über Kabarett bis hin zu Konzerten und Ausstellungen des Kunstvereins Biberach e.V..

Was macht den Ort besonders?

Mit rund 120 Sitzplätzen gehört das Komödienhaus zu den kleineren Spielstätten der Stadt. Gerade diese Größe sorgt für eine besondere Atmosphäre: Publikum und Bühne sind nah beieinander, Aufführungen wirken unmittelbar und persönlich.

Was steht als Nächstes auf dem Programm?

Mit „Bandscheibenvorfall – Ein Abend für Leute mit Haltungsschäden“ bringt der Dramatische Verein ein neues Stück auf die Bühne.

Die Premiere findet am 30. April 2026 statt, weitere Aufführungen folgen im Mai.