Thomas Handtmann, 2023
Herr Thomas Handtmann wurde am 22. März 1953 geboren. Nach dem Abitur in Biberach, einer Lehre bei der ZF in Friedrichshafen, Wehrdienst und anschließendem Studium in Zürich sammelte er ab 1980 erste berufliche Erfahrungen bei der Firma Liebherr in Kempten. Bereits ab 1982 übernahm er erste Funktionen im elterlichen Unternehmen, unterbrochen durch einen Aufenthalt als Austauschingenieur bei Mitsubishi Electric in Japan. 1987 übernahm Thomas Handtmann die Geschäftsleitung der Armaturenfabrik, bis sich sein Vater Arthur Handtmann 1998 aus der operativen Firmenleitung zurückzog und die Geschäftsführung der Handtmann Holding an seinen Sohn übergab. 2023, im 150. Jahr der Unternehmensgeschichte, hat Thomas Handtmann die Geschicke des Familienunternehmens nun in die Hände der fünften Generation gelegt.
In den insgesamt 25 Jahren, in denen Thomas Handtmann die Unternehmensgruppe geleitet hat, nahm das Unternehmen unter seiner Führung eine beachtliche Entwicklung. Der Umsatz vervierfachte sich, während sich die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter annähernd verdreifachte.
2020 konnte die Unternehmensgruppe einen investiven Spitzenwert von 125 Millionen Euro verzeichnen. Zudem implementierte er im Unternehmen einen kooperativen, zeitgemäßen Führungsstil. Thomas Handtmann gelang es damit in beachtlicher Weise, die Lebensleistung seines Vaters Arthur Handtmann zukunftsfähig weiterzuentwickeln und damit auch den Unternehmensstandort Biberach nachhaltig zu sichern.
Diese Leistung ist umso beachtlicher, als sich Thomas Handtmann mit diversen Krisen konfrontiert sah. 2008 wurde die Wirtschaft weltweit durch die sog. Finanzkrise hart getroffen, 2015 kam es zu Startschwierigkeiten am neu gegründeten Firmenstandort in China, die Corona-Pandemie 2020 bis 2022 stellte die Welt vor bis dahin nicht gekannte Herausforderungen und schließlich steht die Firma Handtmann mitten in der Transformation im Automotive-Sektor vom Verbrenner hin zur E-Mobilität.
Ein wesentlicher Schlüssel für die Konsolidierung und Weiterentwicklung des Biberacher Familienunternehmens war die von Thomas Handtmann mit großem strategischem Weitblick vorangetriebene Internationalisierung, die Voraussetzung für weiteres Wachstum des Unternehmens darstellt. Thomas Handtmann gründete internationale Niederlassungen 2009 in Košice (Slowakei), 2015 in Tianjin (China) und 2021 in Kechnec (Slowakei) sowie 2020 bei der Übernahme der Inotec Gruppe aus Reutlingen mit Standorten in Hluk (Tschechien) und Saverne (Frankreich) und 2021 bei der Übernahme des holländischen Vertriebsspezialisten VERBUFA.
Nachhaltigkeit bedeutete für Thomas Handtmann andererseits auch eine solide, zukunftsorientierte Personalpolitik. Er erkannte früh die Bedeutung von Fachkräften und gut ausgebildeten Mitarbeitern für die Zukunftsfähigkeit seines Unternehmens. Die Zahl der jährlichen Ausbildungsplätze stockte er auf 50 auf, zudem wurde 2021 ein modernes Ausbildungszentrum am Standort im Gewerbegebiet Aspach eingerichtet, das ideale und zeitgemäße Voraussetzungen für einen gelungenen Berufseinstieg bietet. Insgesamt legte Thomas Handtmann wie bereits sein Vater großen Wert auf den Kontakt zu den Mitarbeitern. Die Konsequenz: Mittlerweile gibt es nicht wenige Familien mit zwei bzw. drei Generationen von Beschäftigten der Firma Handtmann.
Neben seiner herausragenden unternehmerischen Leistung war Thomas Handtmann auch in weiteren Funktionen und Ehrenämtern tätig. So wirkte er von 1994 bis 1999 als Gemeinderat und bekleidete von 2008 bis 2014 das Amt des Vorsitzenden der Bezirksgruppe Ulm des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall. Besonders am Herzen lag und liegt Thomas Handtmann die Förderung des Biberacher Simultaneums. Er war Vorsitzender der Bauhütte Simultaneum und hat sich um den Erhalt dieses einzigartigen Baudenkmales hoch verdient gemacht. Zuletzt bat er anlässlich seines 70. Geburtstages anstelle von Geschenken um eine Spende für die Bauhütte. Als gebürtiger Biberacher war und ist Thomas Handtmann zudem ein großer Freund und Förderer des Biberacher Schützenfestes. Vielen noch sehr präsent sind dabei insbesondere seine Diavorträge, die er jedes Jahr im Rahmen des Bauernabends präsentierte.