Bei der PG-Sanierung läuft alles nach Plan

Vor genau zwei Jahren fiel der Startschuss für das größte Biberacher Hochbauprojekt der vergangenen Jahrzehnte: die Sanierung des Pestalozzi-Gymnasiums. Im März 2024 begann die 47 Millionen Euro teure Großbaustelle, die im Sommer 2027 abgeschlossen sein soll. Die Stadtverwaltung hatte jüngst zur „Schaustelle“ eingeladen, um über den aktuellen Baufortschritt zu informieren. Gekommen waren knapp 70 Interessierte, darunter viele ehemalige und aktuelle PGler.

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Bauleiter Matthias Ströbele (r.) gibt bei der „Schaustelle“ Einblicke in den aktuellen Stand der PG-Sanierung.

  

Den Auftakt hatte vor zwei Jahren die Sanierung des Gebäudeteils G gemacht. Jener Schnittstellenbereich oberhalb der Mediothek von Pestalozzi- und Wieland-Gymnasium, den beide Schulen gemeinsam nutzen. Vergangenes Frühjahr konnte dessen Sanierung abgeschlossen werden. Dieser Gebäudeteil gibt auch einen ersten Vorgeschmack auf das neue Erscheinungsbild des PG: ziegelrote Faserzementplatten statt grauer Waschbeton.

Nach den Pfingstferien 2025 ging es mit dem zweiten, weit größeren Bauabschnitt weiter. Dieser umfasst mit den Gebäudeteilen I, J und K das Herzstück des PG. Der Unterricht findet seither in Räumen benachbarter Schulen, im bereits sanierten Teil oder im Containerprovisorium auf dem roten Hartplatz südlich der Sporthalle statt.

Das PG selbst ist längst auf allen Stockwerken Baustelle. Das Schulgebäude ist weitestgehend eingerüstet und verhüllt, die Fassade mit Holzfaserplatten verkleidet. Die Fenster sind ausgebaut, die alten Waschbetonplatten ebenfalls Geschichte. Diese waren stellenweise korrodiert und bröckelten, ein bloßes Spachteln wie in der Vergangenheit war nicht mehr infrage gekommen.

Auch von der einst grünen Fassade an der Breslaustraße ist nichts mehr zu sehen, der Bewuchs wurde ebenso wie die große Uhr entfernt. An deren Beispiel verdeutlicht Bauleiter Matthias Ströbele (2XM Baumanagement aus Wangen) bei der „Schaustelle“, wie grundlegend die Sanierung an manchen Stellen erfolgen muss. Unter dem Bewuchs war der Bewehrungsstahl korrodiert. Diese Schicht wurde zunächst mit Hochdruckwasserstrahl entfernt und anschließend wieder mit Spritzbeton aufgebaut. „Jetzt ist die Fassade für die nächsten Jahrzehnte wieder stabil“, so Ströbele. Die Fluchttreppe in diesem Bereich musste ebenfalls vorübergehend weichen. An ihrer Stelle steht ein Gerüstturm, über den Material von außen in die einzelnen Stockwerke gelangt.

Eine weitere große Herausforderung bei der PG-Sanierung sind die in den 1970er-Jahren verbauten asbesthaltigen Materialien. „Deren Entfernung kostet uns viel Einsatz und Bauzeit“, erklärt Matthias Ströbele. Die Bereiche, in denen Asbest – längst als krebserzeugender Gefahrenstoff eingestuft – in Decken oder Rohrleitungen vorkommt, sind abgesperrt und dürfen nur mit Schutzanzug betreten werden. Auch manche Fugen gelten als schadstoffhaltige Bauteile, kam hier früher schließlich oft PCB zum Einsatz.

Ströbele thematisiert auch hier den Faktor Zeit: Nach der aufwendigen Sanierung müsse mehrere Tage gelüftet, dann an verschiedenen Stellen gemessen werden. Proben würden zur Untersuchung zudem ins Labor geschickt. „Das dauert dann schon mal mehrere Wochen.“ Hochbauamtsleiter Siegfried Kopf-Jasiński ergänzt, dass es sich beim PG um eine Generalsanierung handle. Im Laufe der Jahrzehnte sei an dieser Schule nichts Wesentliches saniert worden. „Die Bauteile sind alle aus der Ursprungszeit, also den 1970er-Jahren.“ So sei auch die Schadstoffsanierung von Anfang an einkalkuliert worden. „Es war klar, dass wir diese belasteten Materialien vorfinden.“ Im fest verbauten Zustand hätten diese im Übrigen für den Schulbetrieb keine Gefahr dargestellt.

Während die Entkernung in manchen Bereichen noch läuft, ist sie in anderen schon abgeschlossen. Dort sind die ersten Holz-Alu-Fenster eingesetzt, Decken frisch verspachtelt, kaputtes Mauerwerk instandgesetzt, neue Verkabelungen verlegt. Jedes Zimmer erhält eine dezentrale Lüftungsanlage. Die Klassenzimmer werden sowohl mit klassischen Tafeln als auch interaktiven Displays ausgestattet, erhalten deshalb auch ein eigenes Waschbecken.

Erneuert werden außerdem der Wärmeschutz, nahezu sämtliche Sanitäreinrichtungen und die komplette Technik. Überdauern werden die Sanierung hingegen die robusten Betonwerksteinplatten in den Fluren.

Im Sommer kommenden Jahres soll die Großbaustelle zu Ende gehen, der Unterricht ab dem Schuljahr 2027/28 im dann generalsanierten PG erfolgen. „Wir liegen im Zeitplan“, sagt Hochbauamtsleiter Kopf-Jasiński. Gleiches gelte für die Kostenberechnung in Höhe von 47 Millionen Euro. „Wir gehen davon aus, dass wir diese auf jeden Fall einhalten können.“

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Rot statt grau: So wie der bereits sanierte G-Teil sieht das ganze Schulgebäude nach der Sanierung aus.