Auf den Spuren der Familie Braunger im Stadtarchiv
Das Stadtarchiv Biberach hat einen Besucher aus den USA begrüßen dürfen: Michael Braunger, einen langjährigen Ahnenforscher, der den Ursprung seines Familiennamens erforscht. Seit fast 20 Jahren reist Braunger aus seiner Heimat bei Washington, D.C., regelmäßig nach Biberach und Umgebung, um herauszufinden, ob sich alle Träger des Namens Braunger auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückführen lassen.
Seine Recherchen führten ihn nach Ingerkingen, wo der Name Braunger erstmals in historischen Aufzeichnungen auftauchte. Da das Dorf einst unter der Gerichtsbarkeit des Spitals Biberach stand, erwiesen sich die Archivdokumente im Biberacher Stadtarchiv als zentrale Quelle seiner Forschung.
Mittlerweile konnte Braunger seine familiären Wurzeln bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Einer seiner wichtigsten Funde ist ein zwölffacher Urgroßvater namens Hans Braunger, dem im 16. Jahrhundert ein lebenslanger Grundbesitz in Ingerkingen gewährt wurde.
Neben der Auswertung historischer Quellen stützt sich Braunger auch auf moderne Methoden wie genetische Analysen. Mithilfe von Y-Chromosomen-Tests konnte er verwandtschaftliche Beziehungen bestätigen, die sich nicht mehr mit Dokumenten belegen ließen.
Heute hat Michael Braunger Verwandte auf der ganzen Welt gefunden, die alle denselben Nachnamen tragen. In Biberach und Umgebung konnte er Kontakt zu Cousinen und Cousins achten und neunten Grades aufnehmen – und das, obwohl seine Familie bereits Mitte des 19. Jahrhunderts in die USA ausgewandert ist.
Obwohl aus privatem Interesse entstanden, zeigt Braungers Forschung, wie wichtig lokale Archive und regionale Geschichtsquellen für die weltweite Ahnenforschung sein können.