B2-Deutschkurs: Stiftungen sichern Angebot an der vhs

Die Nachfrage ist groß, das Angebot begrenzt – umso wichtiger ist es, dass in Biberach ein dringend benötigter B2-Deutschkurs an der vhs auch in diesem Jahr stattfinden kann. Seit Mitte März besuchen 13 Teilnehmende den Kurs, der an jedem Werktag von 8.30 bis 12 Uhr stattfindet und bis Ende Juli insgesamt 300 Unterrichtseinheiten umfasst. Finanziert wird das Projekt nun durch jeweils 7.000 Euro von der Bürgerstiftung sowie der Volksbank-Stiftung Ulm-Biberach – eine Investition in Integration, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe.

Bild vergrößern: Die Teilnehmenden des B2-Kurses sowie vhs-Leiterin Effi Holland (vorne links) und Fachbereichsleiterin Doris Abt (6. v. r.) freuen sich, dass die Finanzierung gesichert ist. Die Gelder werden von der Bürgerstiftung durch Thomas Fettback (4. v. r.) und der Stiftung Volksbank Ulm-Biberach durch Gisela Eggensberger (2. v. r.) symbolisch übergeben. Bild: © vhs
Die Teilnehmenden des B2-Kurses sowie vhs-Leiterin Effi Holland (vorne links) und Fachbereichsleiterin Doris Abt (6. v. r.) freuen sich, dass die Finanzierung gesichert ist. Die Gelder werden von der Bürgerstiftung durch Thomas Fettback (4. v. r.) und der Stiftung Volksbank Ulm-Biberach durch Gisela Eggensberger (2. v. r.) symbolisch übergeben.

Der Hintergrund: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat die Anzahl berufsbezogener Sprachkurse bundesweit stark reduziert. Viele Menschen mit gültiger Berechtigung erhalten daher keinen Kursplatz, obwohl ein B2-Niveau für zahlreiche berufliche Qualifikationen sowie die Anerkennung von Ausbildungen oder Studienabschlüssen aus dem Ausland notwendig ist. Auch für eine Lehre ist das B2-Sprachniveau Voraussetzung. Die vhs Biberach schließt mit ihrem Angebot diese Lücke – dank regionalem Engagement.

„Wir freuen uns sehr, dass wir diesen Kurs dank der Unterstützung durch die beiden Stiftungen realisieren können. Der Bedarf an B2-Kursen ist hoch, gerade weil sie ein wichtiger Baustein für die berufliche Integration sind“, erklärt Doris Abt, Fachbereichsleiterin für Deutsch als Fremdsprache an der vhs Biberach. Auch vhs-Leiterin Effi Holland unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Es ist ein starkes Zeichen, dass sich regionale Stiftungen hier so engagieren. Ohne diese Förderung hätten wir den Kurs in dieser Form nicht anbieten können.“

Einer der Förderer ist die Bürgerstiftung Biberach, die sich seit 2003 für das Gemeinwohl in der Region engagiert – insbesondere in den Bereichen Bildung, Soziales, Kultur und Integration. Auch die Volksbank-Stiftung Ulm-Biberach unterstützt seit vielen Jahren regionale Bildungs- und Sozialprojekte. Beide Stiftungen setzen damit gezielt auf nachhaltige Förderung und gesellschaftliche Teilhabe. „Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Mit unserer Unterstützung möchten wir dazu beitragen, dass die Menschen, die hier leben und arbeiten wollen, auch die Chance haben, wirklich anzukommen“, sagt Thomas Fettback, Vertreter der Bürgerstiftung.

Die aktuelle Kursgruppe ist ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Realität: Die Teilnehmenden sind zwischen Mitte 20 und Mitte 30, fast alle haben bereits einen Integrationskurs absolviert und befinden sich in enger Zusammenarbeit mit dem Jobcenter. Ihre Motivation ist hoch – einige haben bereits in ihrem Heimatland eine Ausbildung zur Erzieherin, Krankenschwester oder als Zahnarzt gemacht und wollen diese Erfahrungen in Deutschland einsetzen. Andere streben eine Ausbildung oder eine berufliche Qualifizierung an.

Mit diesem Sprachkurs setzt die vhs Biberach ein starkes Zeichen für Bildungsgerechtigkeit und zeigt, wie durch das Zusammenspiel von öffentlicher Bildungseinrichtung und zivilgesellschaftlichem Engagement konkrete Lösungen entstehen können. Das Projekt steht exemplarisch für den Bildungsauftrag der vhs und die Bereitschaft der Region, Verantwortung zu übernehmen.