Straßenumgestaltung und Ausbau des Nahwärmenetzes starten im Mai: Schulstraße ist dieses Jahr an der Reihe

Die Umgestaltung der Schulstraße wird noch in diesem Jahr angegangen. Diese Entscheidung traf der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung, als er einstimmig den Baubeschluss fasste. Nach einer ersten Beratung Ende vergangenen Jahres war noch offen, ob die Maßnahme aufgrund weiterer Baustellen in der Innenstadt bereits 2025 an der Reihe ist. Doch wie im Fall der Rollinstraße wird in der Schulstraße noch dieses Jahr gebaut – das nächste Zeitfenster hätte es frühestens 2029 gegeben. Die Arbeiten, bei denen auch die Nahwärmeleitung erneuert wird, sind von Mai bis September geplant.
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Die Schulstraße und der Vorplatz der Braith-Grundschule werden erneuert. Dabei wird auch die Nahwärmeleitung ausgetauscht.

33 Jahre alt ist die Kunststoff-Nahwärmeleitung in der Schulstraße und ausschließlich für die Versorgung der Braith-Grundschule dimensioniert. Mittlerweile haben sieben private Eigentümer, die vhs sowie der Investor des Neubauprojekts auf dem ehemaligen Grünen-Baum-Areal bekundet, ebenfalls an das Nahwärmenetz anschließen zu wollen. Die dadurch notwendige Verlegung einer ausreichend großen Stahlleitung, bei der die Schulstraße in großen Bereichen auf fast der ganzen Länge aufgemacht werden muss, wird nun auch dazu genutzt, dieses wichtige innerstädtische Verbindungsstück von Grund auf zu ertüchtigen und mitsamt dem Platz vor der denkmalgeschützten Braith- Grundschule neu zu gestalten.

Den Rahmen dafür geben die in der jüngeren Vergangenheit umgestalteten Straßen in der Altstadt vor. Wie in der Wielandstraße, der Consulentengasse und der Sennhofgasse werden die Randbereiche mit einheitlichem beigen Natursteinpflaster versehen. Analog zur Sennhofgasse kommt das Mischflächenprinzip zur Anwendung, da es zu wenig Platz gibt, um Gehwege, Parkplätze und Fahrbahn getrennt abzubilden. Die Fahrbahn wird auf die notwendige Breite reduziert (circa 3,40 Meter) und durchgängig asphaltiert – die von der Verwaltung ursprünglich vorgeschlagene vollflächige Pflasterung vor der Braith-Schule hatte der Gemeinderat im Dezember abgelehnt.

Zwei neue Bäume

Wie Tiefbauamtsleiter Peter Münsch ausführte, seien die Planungen mit dem Landesdenkmalamt weitestgehend abgestimmt. Der neue Zebrastreifen wird in der Verlängerung des früheren Haupteingangs der Schule angelegt. Der Platzbereich davor erhält mit einer Grünfläche, dem bestehenden Kastanienbaum, dem Zebrastreifen und Fahrradbügeln eine Abgrenzung zur Fahrbahn. Auf der gegenüberliegenden Seite werden zwei neue Bäume gepflanzt. Des Weiteren ist geplant, dass die Haltestelle Holzmarkt in diesem Zug eine Anzeige mit dynamischer Fahrgastinfo erhält. Laut Münsch wird geschaut, ob die Haltestelle noch weiter optimiert werden kann. Saniert wird in diesem Zug auch der Straßenbelag an der Einmündung zur Karpfengasse. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 190.000 Euro. Für die Umgestaltung der Schulstraße mit dem Vorplatz der Braith-Grundschule sind Kosten von 890.000 Euro veranschlagt. Die Arbeiten sind für die Monate Mai bis September vorgesehen.

Am Ratstisch wurde die Ausführungsplanung positiv aufgefasst. Das Projekt zu schieben sei trotz der baustellenbedingten Herausforderungen für Autofahrer keine Option, sagte Josef Weber (Grüne). Die Schulstraße sei sanierungsbedürftig. Er setze sich nochmals dafür ein, den Gehweg nicht überall bis ans Gebäude zu führen, sondern einen schmalen Grünstreifen freizulassen. Flavia Gutermann (FW) fragte nach den Stellplätzen und ob versickerungsfähiges Pflaster zum Einsatz kommt. Constantin Ruppel (SPD) lobte, dass auch an die Bushaltestelle Holzmarkt gedacht wird. Er äußerte die Hoffnung, „dass uns eine Rollinstraße 2.0 erspart bleibt“. „Das muss die letzte innerstädtische Maßnahme sein, solange die Riedlinger Straße saniert wird“, forderte Günter Warth (FDP). Er warf zudem die Überlegung auf, die Verkehrsführung in der Karpfengasse zu ändern. Die Planung für die Schulstraße sei gut, der Zeitplan ambitioniert. „Von Mai bis September, das ist ja geradezu rasant.“ Petra Romer-Aschenbrenner (CDU) wollte wissen, was mit den beiden Stellplätzen vor der Schule passiert. Das vorgesehene Zeitfenster von Mai bis September sei aufgrund zweier Ferien günstig.

Zu den Stellplätzen erklärte Tiefbauamtsleiter Münsch, dass ein öffentlicher sowie die beiden vor der Schule wegfielen. Die Schule erhalte im Gegenzug zwei Plätze auf dem Stadthallen-Parkdeck. Für die Karpfengasse gebe es in der Tat bereits die Überlegung, die Einbahnstraßenregelung zu drehen. Ein versickerungsfähiges Pflaster komme nicht zum Einsatz. Bei Natursteinpflaster erfolge die Versickerung über die Fugen, zwei Drittel des Wassers flössen allerdings ab. Was in der Schulstraße bei den historischen Gebäuden, die in der Regel keine abgedichteten Keller hätten, durchaus gewollt sei. Und zur Frage von Josef Weber erklärte Münsch abschließend, dass so umsetzbar den Eigentümern ermöglicht werde, etwas direkt ans Gebäude zu pflanzen.

Über eine neue Streckenführung des Jahrgängerumzugs ist mit der Schützendirektion laut Verwaltung bereits gesprochen worden. Dies werde mit dem Ordnungsamt abgestimmt.