Sanierungsgebiet „Alter Postplatz/Saumarkt“ läuft aus

Das Sanierungsgebiet „Alter Postplatz/ Saumarkt“ hat nach zehn Jahren das Ende seiner Laufzeit erreicht. Zentrale Projekte waren die Neugestaltung des Klostergartens und des Alten Postplatzes sowie die Wiederbelebung des Saumarkts. Auch private Maßnahmen wurden umgesetzt. Der Bauausschuss hat nun dem Gemeinderat die Aufhebung der Satzung über das förmlich festgelegte Sanierungsgebiet empfohlen.

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Rathaus Biberach

Stadtplanungsamtsleiter Roman Adler blickte im Bauausschuss darauf zurück, was seit dem Satzungsbeschluss im Jahr 2015 erreicht worden ist. „Wir haben viele öffentliche Maßnahmen umgesetzt.“ Er erwähnte die Neugestaltung des Klostergartens und des Alten Postplatzes, die Wiederbelebung des Saumarkts mit historischer Gestaltung sowie barrierefreie und fußgängerfreundliche Straßenräume. Angegliedert an das Sanierungsgebiet war auch die Neugestaltung des Ochsenhauser Hofs, gefördert durch das Sonderprogramm „Soziale Integration im Quartier“.

Nicht ganz so positiv fiel das Fazit des Stadtplanungsamtsleiters mit Blick auf die privaten Maßnahmen aus. Nur drei Modernisierungen wurden hier angegangen, Beratungen hatte es laut Adler aber mit deutlich mehr Eigentümern gegeben. Ein Wermutstropfen seien zudem die denkmalgeschützten Gebäude Zwingergasse 10 und 12, die dem Eigenbetrieb Wohnungswirtschaft der Stadt Biberach gehören. Um hier noch etwas zu bewirken, wurde das ursprüngliche Programm „Aktive Stadt- und Ortszentren“ im Jahr 2023 in das Landessanierungsprogramm überführt. „Leider ist es nicht gelungen, in der Zwingergasse das weitere Vorgehen zu klären.“ Unterm Strich wurden im Sanierungsgebiet „Alter Postplatz/ Saumarkt“ Finanzhilfen in Höhe von 990.000 Euro abgerufen, 350.000 Euro blieben ungenutzt. Der Bewilligungszeitraum endete am 30. April, weitere Fördermittel können nun nicht mehr abgerufen werden.

Die Stadträte bewerteten die umgesetzten Maßnahmen im öffentlichen Bereich überwiegend als gelungen. Flavia Gutermann (FW) bedauerte, dass in der Zwingergasse nichts passiert sei und dass 350.000 Euro nicht abgerufen worden sind. Sie äußerte die Befürchtung, dass es in anderen Sanierungsgebieten noch schwerer werde, Privateigentümer von Modernisierungen zu überzeugen. Walter Scharch (SPD) hob die Neugestaltung des Klostergartens hervor. Dass nur drei Privateigentümer Mittel abgerufen haben, sei schade. Ein positives Fazit zog Friedrich Kolesch (CDU). „Das war ein erfolgreiches Sanierungsgebiet.“

Josef Weber (Grüne) erklärte, dass einiges ganz gut gelungen sei. „Ganz zufrieden sind wir aber nicht.“ Bei der Barrierefreiheit gebe es noch Nachholbedarf. Da auch bei diesem Sanierungsgebiet nicht alle Mittel abgerufen worden sind, warf er die Frage auf, ob die Eigentümer besser miteinbezogen werden müssten. Roman Adler erwiderte, dass dieser Aspekt auch die Verwaltung beschäftige. Die direkte Ansprache der Betroffenen sei aber sehr umfangreich erfolgt. Möglicherweise seien die Förderquoten zu niedrig gewesen. „Letztlich muss jeder Eigentümer selbst entscheiden, ob er saniert und ob er sich das leisten kann."