Neue Gebühren für die Arbeit des Gutachterausschusses
Für Leistungen des Gemeinsamen Gutachterausschusses Biberach-Mitte gelten ab Januar 2026 neue Gebühren. Der Biberacher Gemeinderat sprach sich diese Woche einstimmig für die neue Satzung aus. Im Schnitt werden die Gebühren um etwa zehn Prozent erhöht. Überdies hat die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses den aktuellen Grundstücksmarktbericht 2025 veröffentlicht. Dabei sticht ein Preisanstieg besonders hervor.
Steigende Personalkosten aufgrund des Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst und um etwa zehn Prozent erhöhte Stundensätze für die ehrenamtlichen Gutachter wegen gesetzlicher Vorgaben: So begründet der Gutachterausschuss die Erhöhung der Gebührensätze. Die Gebühren setzen sich auch künftig über einen Grundbetrag sowie eine zweite dynamische Komponente zusammen. Beide sind abhängig von der Höhe des Verkehrswerts der Immobilie.
Angepasst wird ab 2026 nur die Grundgebühr, die sich je nach Verkehrswert der Immobilie berechnet. Zwei Beispiele: Liegt die Grundgebühr bei einem Verkehrswert bis 250.000 Euro bisher bei 1.150 Euro, werden in Zukunft 1.250 Euro fällig. Bei einem Verkehrswert bis 500.000 Euro steigt die Grundgebühr von 1.900 auf 2.100 Euro. Außerdem soll für atypische Fälle, bei denen die Standardgebühren nicht sinnhaft erscheinen, der Aufwand über einen Stundensatz in Höhe von 77 Euro berechnet werden können.
Mit der neuen Satzung wird zudem geregelt, dass der Grundstücksmarktbericht nur noch digital verfügbar ist. Statt wie bislang 15 Euro kostet er nun 25 Euro. Der Grundstücksmarktbericht gehört zu den freiwilligen Aufgaben des Gutachterausschusses. Er dient dazu, den in der Immobilienwirtschaft tägigen Berufsgruppen, der Verwaltung, zahlreichen Behörden und der Öffentlichkeit den Grundstücksmarkt im Gebiet des Gutachterausschusses transparent zu machen.
Die Kaufpreissammlung der Jahre 2021 bis 2024 diente als Grundlage für den jüngst erschienenen Grundstücksmarktbericht 2025. In diesem werden Preisspannen und Durchschnittspreise von neuen Eigentumswohnungen, gebrauchten Eigentumswohnungen sowie von Ein- und Zweifamilienhäusern, Doppel- und Reihenhäusern veröffentlicht. Weiter sind wertrelevante Daten für Immobiliensachverständige wie Marktanpassungsfaktoren und Liegenschaftszinssätze sowie die Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar dieses Jahres enthalten.
Im Jahr 2024 sind 832 Kaufverträge bei der Geschäftsstelle eingegangen. Im Gesamtgebiet des Gutachterausschusses Biberach-Mitte wurden 2024 insgesamt 246 Millionen Euro umgesetzt, 17 Millionen Euro weniger als im Jahr zuvor. Im Zeitraum 2021 bis 2024 ist im Gesamtgebiet bei Neubauwohnungen ein Preisanstieg von 29,27 Prozent zu verzeichnen. Bei gebrauchten Eigentumswohnungen sind die Quadratmeterpreise im Berichtszeitraum konstant geblieben.
Bei den gebrauchten Ein- und Zweifamilienhäusern zeichnet sich ein tendenzieller Preisrückgang ab. Der Gesamtzustand und die Energieeffizienzklasse einer Gebrauchtimmobilie spielen bei der Preisfindung eine immer wichtigere Rolle. Je höher die geschätzten Sanierungskosten einer Bestandsimmobilie, desto niedriger der Marktwert. In der Stadt Biberach ist bei den Durchschnittspreisen ein Preisrückgang von 19 Prozent gegenüber 2023 zu verzeichnen. Im Gesamtgebiet hingegen fielen die Durchschnittspreise gegenüber dem Vorjahr um etwa acht Prozent.
Der digitale Grundstücksmarktbericht kann unter Angabe der Rechnungsanschrift per E-Mail an gutachterausschuss.biberach-mitte@biberach-riss.de bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses bestellt werden.