Viele Besucher, Bildungspartnerschaften und Ankäufe : Museum Biberach zieht positive Jahresbilanz

Das Museum Biberach blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Insgesamt 43.067 Besucherinnen und Besucher kamen ins Haus. Damit ist 2025 das drittbeste Jahr seit der Wiedereröffnung 1997 und liegt nur knapp unter dem Rekordjahr 2023 mit 44.772 Gästen.

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Museum Biberach

  

Dies berichtete Museumsleiter Frank Brunecker bei der Jahreshauptversammlung des Förderkreises Museum Biberach e. V. Besonders auffällig ist erneut der hohe Anteil von Kindern und Jugendlichen, die Museumsangebote nutzen. Insgesamt 14.485 junge Besucherinnen und Besucher kamen ins Museum, das entspricht 33,7 Prozent aller Gäste. 4.718 Kinder und Jugendliche nahmen an 336 museumspädagogischen Aktionen teil. Mehr als die Hälfte aller Führungen und Veranstaltungen wurde von der Museumspädagogik gestaltet. Insgesamt wurden 8.320 Besucherinnen und Besucher persönlich betreut, knapp ein Fünftel aller Gäste. Eine wichtige Grundlage dafür sind die Bildungspartnerschaften mit mehreren Biberacher Schulen, die künftig weiter ausgebaut werden sollen. Neu hinzu kommen soll das Bischof-Sproll-Bildungszentrum.

Insgesamt bot das Museum 586 Veranstaltungen an, darunter 552 Führungen und museumspädagogische Programme sowie 34 Sonderveranstaltungen. Bei 310 Öffnungstagen entspricht dies rechnerisch fast zwei Veranstaltungen pro Tag. Auch die regionale Verankerung zeigt sich deutlich: 51,6 Prozent der Besucherinnen und Besucher stammen aus Biberach, weitere 29,9 Prozent aus dem Kreisgebiet. Insgesamt 16.442 Gäste besuchten Veranstaltungen, während 26.625 Menschen die Ausstellungen ohne Begleitprogramm anschauten.

Zu den Sonderausstellungen des Jahres gehörte zunächst „Kunst der Amateure“, die sich mit partizipativen künstlerischen Strategien beschäftigte und 2.259 Besucherinnen und Besucher anzog, die sich aktiv in diese ungewöhnliche Ausstellung einbringen konnten. Der größte Publikumserfolg war jedoch die Ausstellung „Liebherr – Ideen werden Wirklichkeit“. Sie verzeichnete 15.655 Gäste und gehört damit zu den erfolgreichsten Präsentationen in der Geschichte des Museums (nur die Boehringer-Ausstellung im Jahr 2011 war mit rund 17.300 Besuchern erfolgreicher). Insgesamt wurden dazu 182 Führungen angeboten, darunter zahlreiche Programme für Schulklassen und Auszubildende. Frank Brunecker sieht ein Erfolgsrezept in den „good news“, die mit dieser sehr interessanten, lehrreichen Ausstellung verbreitet wurden. „Liebherr investiert trotz schwieriger Rahmenbedingungen in der Region und bringt Innovationen auf den Markt.“ Hierauf seien die Menschen in der Region stolz und es mache ihnen Hoffnung. Aber auch spektakuläre große Ausstellungsstücke wie die Baggerschaufel im Museumsinnenhof, die gerne als Fotomotiv genutzt wurde, und Kranvorführungen trugen zum guten Zuspruch bei.

Museum in die Öffentlichkeit tragen

Mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten sollen Museumsangebote möglichst breit in die Öffentlichkeit getragen und auch museumsferne Kreise erreicht werden. Ein besonderes Format bot die Ausstellung „Albrecht Schäfer. Auf freiem Feld“, die im September zum zweiten Mal im Bräckle-Atelierhaus in Winterreute stattfand und von 230 Personen besucht wurde. Ergänzt wurde das Programm durch zahlreiche Veranstaltungen wie Vorträge, Lesungen, das Museumsfest mit rund 2.000 Gästen, den Kulturparcours, den Bücherbasar sowie die Lesebühne „Wort’s ab!“. Seit November ist zudem die Sonderausstellung „Time is on my Side – Kunst der 1970er Jahre in Oberschwaben“ zu sehen. Sie präsentiert 86 Werke von 24 Künstlerinnen und Künstlern aus der Region und läuft noch bis zum 19. April.

Kurz vor Weihnachten gelang dem Museum mit finanzieller Unterstützung des Förderkreises Museum Biberach e. V. von 40.000 Euro ein bedeutender Ankauf: Das Gemälde „Hochzeit zu Kana“ des Biberacher Barockmalers Johann Heinrich Schönfeld konnte dauerhaft für die Sammlung gesichert werden. Seit 1999 war es als Leihgabe im Museum ausgestellt, die Leihgeberfamilie wollte es aber veräußern. Bereits im Sommer hatte der Förderkreis für das Museum fünf Bräckle-Bilder angekauft, die die Sammlung ergänzen.

Nach drei besonders starken Jahren mit sehr hohen Besucherzahlen rechnet das Museum für 2026 mit einer ruhigeren Phase, was auch dem Personalwechsel in der Stellvertretung der Museumsleitung geschuldet ist. Wie berichtet folgte der promovierte Stefan Krämer auf Judith Bihr. Zugleich sollen wichtige Projekte umgesetzt werden, darunter die Modernisierung der Klimatechnik, Verbesserungen der digitalen Infrastruktur sowie langfristige Arbeiten an den naturkundlichen und archäologischen Abteilungen.