Gemeinderat stimmt Entwurf für Sanierung der Mittelberg-Grundschule zu: Im Herbst startet die nächste Schulsanierung

Die Sanierung und Erweiterung der Mittelberg-Grundschule gehört in den kommenden Jahren zu den größten Investition in Biberach – aktuell werden die Kosten auf 24,7 Millionen beziffert. Eine erste Schätzung war im vergangenen Jahr noch von 21,5 Millionen Euro ausgegangen. Der Gemeinderat bekam in seiner jüngsten Sitzung den weiterentwickelten Entwurf und die Kostenberechnung präsentiert. Die ersten Arbeiten an der Mittelberg- Grundschule starten im Herbst.

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Rathaus Biberach

Dass die Mittelberg-Grundschule saniert werden muss, ist unstrittig. Dies wurde bereits bei der Präsentation des Vorentwurfs im vergangenen Jahr deutlich. Als das Projekt nun abermals auf der Agenda des Gemeinderats stand, dieses Mal mit dem Entwurf, verdeutlichte der Leiter von Hochbau & Gebäudemanagement Siegfried Kopf-Jasiński nochmals: „Im Schulgebäude wurde in den vergangenen 60 Jahren wenig, an der Außenfassade nichts gemacht.“ Die Kosten seien auch deshalb so hoch, weil ein halbes Jahrhundert lang fast nichts in das Gebäude investiert worden sei. Die vor einem Jahr präsentierte Vorentwurfsplanung des Architektenbüros Jasarevic und Hack wurde in der Zwischenzeit in Absprache mit der Bauverwaltung, dem Amt für Bildung, Betreuung und Sport sowie der Schulleitung weiter ausgearbeitet und konkretisiert. Neben der Generalsanierung geht es auch darum, der Schule die für den Ganztagsbetrieb benötigten Räume zur Verfügung zu stellen.

Obergeschoss in Holzbauweise

Kopf-Jasiński erläuterte im Gemeinderat nochmals das Sanierungs- und Erweiterungskonzept. Im ersten Bauabschnitt wird der bestehende Verwaltungs- und Betreuungstrakt mit Aula saniert und um ein Obergeschoss in leichter Holzbauweise erweitert. Im Erdgeschoss sind Verwaltung, Lehrerzimmer, Küche und Lehrerküche vorgesehen. Die bisherige Aula wird zur Mensa. Im neuen Obergeschoss findet der Ganztagsbetreuungsbereich mit Lerninseln, Vorbereitungs- und Grundschulförderklasse (Starterklasse) Platz. Während dieses Abschnitts wird die gesamte Betreuung mit Küche und Mensa ins benachbarte katholische Gemeindehaus verlegt.

Im zweiten Bauabschnitt müssen die Schüler in Container auf dem oberen Schulhof ziehen. Dann wird der Klassentrakt samt Eingangsbereich und Untergeschoss generalsaniert. Die WC-Anlagen werden auf die Geschosse vor die Klassenzimmer verlegt, die Garderoben kommen in die Klassenräume. Der derzeit nicht genutzte Innenhof wird überbaut und im Untergeschoss mit Technik belegt. Im Erdgeschoss ist an zentraler Stelle ein Mehrzweckraum für Veranstaltungen und Betreuungsprogramme vorgesehen. Abgeschlossen wird das Projekt im dritten Abschnitt mit dem Umbau und der Generalsanierung der Sporthalle, die auch einen barrierefreien Zugang erhält.

„Solider Standard“

Kosten soll all dies nach derzeitigem Stand 24,7 Millionen Euro. Kopf-Jasiński sagte, es sei unerfreulich, dass die Berechnung höher ausfalle als die vorangegangene Schätzung. „Das liegt aber an der sorgfältigen und detaillierten Planung.“ Er betonte: „Es wurde mit einem soliden Standard geplant, ohne Luxus.“ Verglichen mit der Generalsanierung des Pestalozzi-Gymnasiums, bei der bislang alle Vergaben deutlich im Kostenrahmen geblieben seien, fielen die Kosten pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche geringer aus. „Insofern können wir davon ausgehen, dass die Kostenberechnung auskömmlich ist“, zeigte sich der Hochbauamtsleiter zuversichtlich. Auf die Baupreisindex- Steigerung sei indes nur einer geringer Teil der höheren Kosten zurückzuführen. Den Großteil mache die präzisierte und konkretisierte Planung aus. Dies betrifft beispielsweise das Heizkonzept. Heizkörper können aufgrund der geringen Vorlauftemperatur nicht zum Einsatz kommen, die erforderliche Heizfläche ist nicht darstellbar. Deshalb wurde in Kombination mit der Wärmepumpe eine Fußbodenheizung geplant, wofür ein neuer Heizestrich eingebaut werden muss (Mehrkosten: 250.000 Euro). Um den gesetzlich vorgegebenen regenerativen Anteil an der Wärmeerzeugung zu erreichen, sind überdies statt der zunächst angedachten Luftwärmepumpen zwei Solewärmepumpen erforderlich (Mehrkosten: 270.000 Euro). Weitere Mehrkosten verursachen die Erneuerung des Pausengangs, die Vergrößerung des Geräteraums (jeweils 100.000 Euro), die Verlegung der Lüftungszentrale auf das Dach der Mensa (175.000 Euro) und ein weiterer Aufzug im Erweiterungsbau (90.000 Euro). Auch die konkretere Planung der Einrichtung der Schule und des Ganztagsbereichs schlägt mit weiteren 100.000 Euro zu Buche.

Die Fraktionsvertreter rückten in ihren Wortmeldungen vor allem die Kosten in den Fokus. Rudolf Brüggemann (Grüne) sprach von einem „gehörigen Batzen Geld“, sagte aber auch: „Wir bauen für die Zukunft.“ Der Entwurf sei gelungen, die gestiegenen Kosten nachvollziehbar. Thomas Kimmich (FW) zog nicht in Zweifel, dass dringend saniert werden muss. Er kritisierte aber die Kosten. Wahrscheinlich sei mit den 24,7 Millionen Euro „das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht“. Er rief in Erinnerung, dass eine Grundschule saniert wird, und diese müsse in erster Linie zweckmäßig sein. „Wir stimmen zähneknirschend zu, es sollte aber zu keinen weiteren Kostensteigerungen kommen.“ Bei der Mittelberg-Grundschule müsse auf jeden Fall etwas passieren, sagte Walter Scharch (SPD). „Die Kosten sind kein leichter Brocken, aber wir stimmen zu.“ Günter Warth (FDP) zeigte sich beeindruckt, in welch gutem Zustand sich das Mitte der 1960er-Jahre erbaute Schulgebäude nach wie vor befindet. „Trotzdem ist die Sanierung natürlich absolut gerechtfertigt. Wir freuen uns auf eine neue Schule.“ Sie sei überzeugt, dass die Sanierung eine gelungene Sache werde, sagte Petra Romer-Aschenbrenner (CDU). „Die Kosten sind auch für uns ein großer Brocken, aber nach 60 Jahren müssen wir dieses Geld in die Hand nehmen.“ Zum Heizkonzept merkte sie an, dass Heizkörper ein schnelleres und flexibleres Beheizen der Klassenräumen ermöglicht hätten. „Aber wir vertrauen Ihrer Planung.“

Der Beschluss zu Vorentwurf und Kostenberechnung fiel einstimmig aus. Mit den vorbereitenden Arbeiten wird laut Kopf-Jasiński im Herbst begonnen. Mitte 2028 sollen Sanierung und Erweiterung dann abgeschlossen sein.