Hugo Rupf-Stiftung spendet 20.000 Euro für Biberacher Vereine und Organisationen
Alle Jahre wieder: In der Vorweihnachtszeit erhalten zahlreiche Biberacher Vereine und Organisationen traditionell Spenden aus der Hugo Rupf-Stiftung. Insgesamt wurden in diesem Jahr 20.000 Euro ausgeschüttet – dieselbe Summe wie im Vorjahr.
Oberbürgermeister Norbert Zeidler bekannte bei der Spendenübergabe im Rathaus, sich jedes Jahr auf diesen Termin zu freuen. Ihm sei es wichtig, die Erinnerung an Hugo Rupf lebendig zu halten. Rupf, in Biberach aufgewachsen und 1983 zum Ehrenbürger ernannt, sei ein genialer Ingenieur gewesen, maßgeblich am Wiederaufbau des Heidenheimer Technologiekonzerns Voith nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligt.
„Eine wirkliche Koryphäe auf seinem Gebiet, einer der großen Wirtschaftsdenker und Lenker der damaligen Zeit“, würdigte Zeidler den im Jahr 2000 verstorbenen Rupf. Zwar habe Rupf hauptsächlich in Heidenheim gewirkt, er habe sich Biberach aber zeitlebens verbunden gefühlt. „Im Herzen ist er immer Biberacher geblieben.“ Der OB betonte, dass für Hugo Rupf Erfolg auch immer mit Verantwortung einhergegangen sei. Diesen Gedanken setze die Stiftung auch 25 Jahre nach seinem Tod fort.
Damit dies auch in Zukunft so bleibt, freute sich Nicolas Palmarini, Vorstandsvorsitzender der Stiftung und Enkel von Hugo Rupf, dass neben seiner Mutter Antje Rupf-Palmarini (Tochter von Hugo Rupf) und dem Geschäftsführer der Stiftung Meinrad Schad auch seine Tochter Lorena Palmarini zur Scheckübergabe nach Biberach gekommen war.
Bei einer Stiftung sei es schließlich unabdingbar, das gute Tun von Generation zu Generation weiterzugeben. In einer Zeit, in der vieles anders sei, sei es umso wichtiger, dass es verlässliche Dinge gebe, auf die man bauen könne, sagte Nicolas Palmarini. „Dazu gehört auch eine Stiftung wie unsere.“ Aber auch alle, die in diesem Jahr mit Spenden der Hugo Rupf-Stiftung bedacht werden. „Sie geben der Gemeinschaft viel – danke Ihnen allen für Ihr Wirken, Handeln und Tun.“
Museum Biberach: Workshops, Führungen, Kinderwerkstätten: Das Museum Biberach bietet ein umfangreiches Programm für Kinder, die im vergangenen Jahr rund ein Fünftel der rund 37.000 Besucher ausmachten. In diese Vermittlungsarbeit fließe die Zuwendung der Hugo Rupf-Stiftung, erklärte Debora Amann.
Biberacher Filmfestspiele: Carolin Bock, seit diesem Jahr Vorsitzende des Filmfestvereins, berichtete, dass bereits die Vorbereitungen für das Filmfest im kommenden Jahr liefen. Dafür sei der Beitrag der Hugo Rupf-Stiftung ein wichtiger Baustein. „In der Filmbranche ist es nicht möglich, ein Festival wie in Biberach ohne Unterstützung von wohlwollenden Menschen auszurichten.“
Jugendkunstschule Biberach: Die Jugendkunstschule unterstützt mit der Spende ihre Ferienkurse. Leiterin Susanne Maier erklärte, dass diese Kurse, bei denen die Kinder eine Woche lang den ganzen Tag über betreut und verpflegt werden, für jede Familie finanziell leistbar sein sollen.
Kindergarten Sandgrabenstraße: 45 Kinder im Alter von eins bis sechs besuchen den städtischen Kindergarten Sandgrabenstraße. Einrichtungsleiter Lucas Fettback kündigte an, ein großes Orff-Instrumentarium anschaffen zu wollen. Kommunikation und Sprache seien im Kindergarten ein großes Thema, Musik könne hier einen wichtigen Beitrag leisten.
Kindergarten Memelstraße: Auch im städtischen Kindergarten Memelstraße ist Musik ein wichtiges Thema. „Sie bietet Kindern unabhängig von Sprache oder Herkunft die Möglichkeit, sich auf unterschiedliche Art und Weise ausdrücken zu können“, sagte die stellvertretende Einrichtungsleiterin Andrea Bretzel. Um diese Chance bestmöglich nutzen zu können, werde mit der Spende eine Musikanlage finanziert. Eingesetzt werden soll sie bei Sing- und Bewegungsspielen, bei kreativen Projekten und Festen.
Kindergarten Hauderboschen: 90 Kinder im Alter von eins bis sechs gehen in den städtischen Kindergarten Hauderboschen, der 2022 eröffnet wurde. Einrichtungsleiterin Sabine Zaune berichtete, dass bei der Vertiefung der Pädagogik die Wahl auf Bildungswerkstätten gefallen sei. Dabei gehe es unter anderem darum, dass die Kinder zusätzlich zur alltagsintegrierten Sprachförderung auch die Möglichkeit haben, Schrift zu erleben und spielerisch zu erfahren – mit Sinnesmaterial, mit Nachschreiben, mit Schreibmaschinen. Mit der Spende, so Zaune, werde weiteres Material hierfür gekauft.
Kindergarten Mettenberg: Der dreigruppige städtische Kindergarten Mettenberg möchte seinen Bücherbestand aufstocken. So könne das Thema Sprache im Alltag weiter vertieft werden, erklärte die stellvertretende Einrichtungsleiterin Sandrine Dorner.
TG Biberach: Die TG Biberach unterstützt mit der Spende erneut ihr Angebot „TGkids“. Dies berichteten die beiden Vorstandsmitglieder Frank Ladel und Timo Otto. Ladel betonte den Stellenwert der Kommunikation, zu der auch der Sport gehöre. „TGkids“ rege zu Bewegung und Kommunikation mit anderen an. Das Angebot ermögliche es Kindern, die sich in Schule und Kindergarten schwerer tun, sich frei entfalten und entwickeln zu können, ergänzte Timo Otto.
Dramatischer Verein: Regelmäßig bedacht wird auch der Dramatische Verein. Die Spende fließe unter anderem in Fortbildungen, erklärte der Vorsitzende Manfred Buck. Aber auch Projekte wie die „Comedian Harmonists“, mit dem im vergangenen Jahr 5.500 Zuschauer erreicht worden seien, funktionierten nur, wenn der Verein von der Stadt und Einrichtungen wie der Hugo Rupf-Stiftung unterstützt werde.
Gesellschaft für Heimatpflege: Die Gesellschaft für Heimatpflege feiert 2026 ihr 125-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass sind drei Projekte geplant. Zum einen die Präsentation des umfangreichen Fotoarchivs der Gesellschaft für Heimatpflege, zum anderen die Herausgabe eines Buches mit einem Stadtporträt über Biberach. Dritter Schwerpunkt soll eine Opfer-Gedenkseite im Internet werden. Andrea Rexer, stellvertretende Vorsitzende des Gesellschaft für Heimatpflege, erinnerte daran, dass aus dem Landkreis in den Jahren 1940 und 1941 176 Menschen aus Heimen, Krankenhäusern oder von Zuhause abgeholt und in Grafeneck mit Gas getötet worden seien. „Über Jahrzehnte ist über diese Vorgänge geschwiegen worden.“ Den Opfern ihre Namen und ihre Geschichte zurückzugeben sei das Ziel der für Frühjahr geplanten Gedenkseite.
Stiftung Schützendirektion Biberach: Michael Mutschler, zweiter Vorsitzender der Stiftung Schützendirektion, hob die Bedeutung von Spenden wie jene der Hugo Rupf-Stiftung für das Schützenfest hervor. „Ihre Stiftung ist seit vielen Jahren ein verlässlicher und verantwortungsbewusster Unterstützer. Sie tragen dazu bei, dass das Fest nicht nur seine Geschichte bewahrt, sondern auch mutig in die Zukunft gehen kann.“ Mutschler verwies exemplarisch auf die Weiterentwicklung des historischen Festzugs, dieses Jahr an der neuen Gruppe „Auf de schwäbsch’e Eisebahne – Biberach wird an die Welt angeschlossen“ zu sehen. Nur dank verlässlicher Förderer seien dieses und andere Projekte denkbar, unterstrich Mutschler. „Ohne Ihre Spende wäre unser Schützenfest weniger lebendig und vielfältig.“
Martin Walser Literaturstiftung: Landrat a. D. Peter Schneider (Vorsitzender) und Franz Hoben (Geschäftsführer) nahmen den Spendenscheck für die 1978 in Biberach gegründete Martin Walser-Literaturstiftung entgegen. Unterstützt werden damit junge Literaten. „Sie haben es heute enorm schwer, überhaupt einen Verlag zu finden“, sagte Schneider. Die Stiftung gebe beispielsweise Druckkostenzuschüsse. Außerdem gebe es die Überlegung, eine eigene Schriftenreihe aufzulegen, damit literarisch Schaffende auch in Zukunft veröffentlichen können.