Ausbau kostet 2,2 Millionen Euro – Start ist noch in diesem Jahr  : Hagenbucher Weg: Sanierung erfolgt in zwei Abschnitten

Der Hagenbucher Weg ist in einem desolaten Zustand und steht kurz vor der Vollsperrung. Ein Teil der Straße rutscht in Richtung Hagenbucher Graben, der Hang ist in diesem Bereich instabil. Der Bauausschuss befasste sich diese Woche mit der Entwurfsplanung zur Erneuerung des Weges, der von der Theodor-Heuss-Straße in den Ortsteil Hagenbuch führt. Umgesetzt werden soll die Maßnahme in zwei Abschnitten, der erste davon startet noch in diesem Jahr. Die Stadt rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von 2,2 Millionen Euro. 

Bild vergrößern: Die Straße in den Stadtteil Hagenbuch.
Der Hagenbucher Weg muss dringend saniert werden. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein.

  

Ursprünglich war der Ausbau des Hagenbucher Wegs bereits im Jahr 2017 vorgesehen. Deutlich über der Kostenprognose liegende Angebote verhinderten dies seinerzeit, die Ausschreibung wurde aufgehoben. Wie Tiefbauamtsleiter Peter Münsch am Montag im Bauausschuss berichtete, seien die Grundstücksverhandlungen zwischenzeitlich abgeschlossen, um entlang des Hagenbuchers Wegs auch einen Gehweg bauen zu können – einen solchen gibt es bislang nicht. Die Baumaßnahme selbst bezeichnete Münsch aufgrund des rutschenden Hangs als aufwendig. Genaue Baugrunderkundungen hätten ergeben, dass in Teilbereichen der Boden bis circa 1,50 Meter unter Fahrbahnniveau ausgetauscht werden müsse. Erst wenn der Hang stabilisiert sei, könnten Fahrbahn und Gehweg gebaut werden.

70 Meter lange Stützwand

Derzeit ist die Fahrbahn zwischen 4,20 und sechs Meter breit. Nach dem Ausbau werden es durchgängig fünf Meter sein, im Einmündungsbereich an der Theodor-Heuss-Straße 6,25 Meter. Der Gehweg wird zwischen 1,80 und 2,30 breit. Aufgrund des starken Gefälles von bis zu 13,4 Prozent ist dieser nicht komplett barrierefrei. Am Ortseingang von Hagenbuch muss für den Gehweg eine 70 Meter lange Stützwand gebaut werden. Im Einmündungsbereich der Theodor-Heuss-Straße ist eine barrierefreie Querungsmöglichkeit geplant. Erneuert wird im Zuge der Maßnahme auch der Regenwasserkanal. Außerdem ist bis an den Ortseingang Hagenbuch auch eine Zuleitung für ein Glasfasernetz eingeplant.

Erneuert wird der Hagenbucher Weg in zwei Abschnitten, da das an der Straße liegende Gebäude mit der Hausnummer 46 sonst ein dreiviertel Jahr lang nicht erreichbar wäre. Der Start erfolgt in diesem Jahr auf dem Abschnitt von der Theodor-Heuss-Straße bis zu jenem Gebäude. Im kommenden Jahr wird dann der Weg von dort bis zum Hagenbucher Ortseingang erneuert. Kosten soll all dies 2,2 Millionen Euro. Allein der Gehweg ist mit 660.000 Euro veranschlagt. Aus dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) ist ein Zuschuss in Höhe von 330.000 Euro in Aussicht gestellt.

Die Fraktionsvertreter waren sich allesamt einig, dass der Hagenbucher Weg dringend erneuert werden muss. Josef Weber (Grüne) sagte, dass Hagenbuch eine zeitgemäße Verkehrsanbindung brauche. Dazu gehöre auch ein Gehweg. Er bat darum, verkehrsplanerisch zu berücksichtigen, dass der ausgebaute Weg keine „Rennstrecke“ werde. Sie hoffe, dass den Hagenbuchern die 70 Meter lange Stützwand am Ortseingang gefalle, sagte Flavia Gutermann (FW). Sie forderte zudem, den neuen Regenwasserkanal ausreichend zu dimensionieren. Kritisch beurteilte Gutermann die „enormen“ Kosten für die 700 Meter lange Straße. „Diesen Luxus können sich nicht viele Kommunen leisten.“

Elise Allgaier (SPD) bekräftigte: „Hier muss dringend etwas gemacht werden.“ Auch Günter Warth (FDP) befürwortete die Planung und erkundigte sich, inwiefern die Bevölkerung in diese miteinbezogen worden sei. Friedrich Kolesch (CDU) zeigte sich froh, dass der Grunderwerb getätigt werden konnte und richtete einen Dank an die Eigentümer. Er wies darauf hin, dass die Zufahrt nach Hagenbuch über die Memminger Straße (Höhe Liebherr) während der Baustellenzeit durchgehend gewährleistet sein müsse.

Dies sicherte Tiefbauamtsleiter Münsch zu. Zur Einbindung der Bevölkerung erklärte er, dass es zwar keine spezielle Bürgerinformation gegeben habe. Der Gehweg sei allerdings in der ursprünglichen Planung nicht vorgesehen gewesen und auf Initiative aus der Bevölkerung aufgenommen worden. Der Baubeschluss wurde von den Räten einstimmig gefasst. Die Ausschreibung der Arbeiten ist bis Ende März vorgesehen.