Bezug des Neubaus auf dem Hospitalquartier ist für Oktober geplant: Höheres Budget für „Haus 2“
Die Rohbauarbeiten sind fast vollständig abgeschlossen, die bauliche Fertigstellung ist auf August terminiert: Das neue Seniorenheim „Haus 2“ auf dem Hospitalquartier soll im Oktober bezogen werden. Die aktuelle Kostenprognose für das Großprojekt liegt bei 17,47 Millionen Euro – 551.000 Euro mehr, als bislang genehmigt. Die Kostenfortschreibung stand deshalb vergangene Woche abermals auf der Agenda des Hospitalrats. Dieser beschloss, das Budget zu erhöhen.
Der Neubau von „Haus 2“ fällt in eine Zeit, die von Baupreissteigerungen geprägt ist. Dies gilt vor allem für die Jahre 2022 und 2023. Annähernd alle Vergaben überstiegen die freigegebenen Budgets. Lediglich bei zwölf der 39 Gewerke konnten diese eingehalten werden. Außerdem wurde das Budget gleich zu Beginn durch erhebliche Mehrkosten in Höhe von fast 300.000 Euro bei den Abbruch- und Erdarbeiten belastet. Unter anderem hatte verunreinigtes Erdreich entsorgt werden müssen. „Diese Altlasten sind von Anfang an eines unserer Hauptprobleme bei der Kostenfortschreibung“, sagte Hospitalverwalter Ralf Miller im Hospitalrat.
Hinzukommt, dass weiterhin offen ist, ob das Projekt vom Land eine Förderung erhält. Im März 2023 bewarb sich der Hospital für das „Holz Innovativ Programm“, beantragte Fördermittel von rund 400.000 Euro. Miller berichtete, dass der Antrag vor Weihnachten immerhin den Weg vom Ministerium zur L-Bank gefunden habe. Insofern sei er guter Hoffnung, dass der Antrag bewilligt werde. Er rechne in den kommenden Wochen mit einem Bescheid.
Baufortschritt bei 60 Prozent
Sandra Dieing vom Büro Drees & Sommer, das für die Steuerung des Neubaus verantwortlich ist, berichtete in der Sitzung, dass vor Kurzem ein wichtiger Meilenstein erreicht worden sei. „Wir haben die Gebäudedichtheit geschaffen.“ Ein Schritt, den der Zeitplan vor zwei Monaten vorgesehen hatte. Der Baufortschritt liegt bei etwa 60 Prozent. Derzeit wird der Estrich im zweiten Obergeschoss eingebracht. Die ersten Fliesen- und Malerarbeiten laufen ebenfalls. Als anstehende Meilensteine führte Sandra Dieing unter anderem den Beginn der Arbeiten an den Außenanlagen Mitte März, den nach dem Trocknen des Estrichs in der zweiten Aprilwoche startenden Innenausbau und die Möblierung auf. Diese soll ab Juni erfolgen.
Dieing gab auch einen Überblick zur Kostenentwicklung. War das Projekt mit einem genehmigten Budget in Höhe von 16,92 Millionen Euro gestartet, liegt die Prognose zwischenzeitlich bei 17,47 Millionen Euro. Der im einstigen Budget berücksichtigte Puffer in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro ist inzwischen aufgebraucht. Was sich aber bereits bei den ersten Vergaben, die deutlich über der Kostenberechnung lagen, abgezeichnet hatte. „Bevor wir irgendetwas bauen konnten, hatten wir schon 1,14 Millionen Euro weniger“, verdeutlichte Dieing. Die fortgeschriebene Prognose mit Kosten von 17,47 Millionen Euro sei eine konservative Betrachtung. Da es noch Risiken gebe, könne es auch in Richtung 18,1 Millionen Euro gehen. Dieing begründete dies mit den Verzögerungen im Bauablauf. Durch die Verschiebung von Vertragsterminen und längeren Vorhaltedauern bei der Baustelleneinrichtung könnte es von einzelnen Firmen gegebenenfalls Nachträge geben.
Hospitalverwalter Miller bekräftigte, eigentlich an den 16,92 Millionen Euro festhalten zu wollen. „Mir widerstrebt eine Budgeterhöhung.“ Dem gegenüber stehe aber, dass eine Einzelberatung von Nachträgen zu Verzögerungen und damit wiederum zu einem wirtschaftlichen Nachteil führen könnte. Deshalb tendiere er wohl oder übel dazu, eine Erhöhung des Budgets zu beantragen. Intern gelte aber nach wie vor das ursprüngliche Budget als Richtschnur. Für Nachträge kündigte Miller grundsätzlich ein restriktives Vorgehen an.
Die Fraktionsvertreter lobten die transparente und nachvollziehbare Darstellung von Zeit- und Kostenplan. Die meisten signalisierten, eine Budgeterhöhung mittragen zu können. Einzig Oliver Lukner (FDP) erklärte, eine Einzelberatung von Nachträgen im Hospitalrat zu befürworten. So sprach sich der Hospitalrat bei Lukners Gegenstimme mehrheitlich für eine Erhöhung des Budgets auf 17,41 Millionen Euro aus.