Drei Kästen im Stadtgebiet verteilt: Falken erhalten Nisthilfen

Die Stadt hat gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) Nisthilfen für Wanderfalken und Turmfalken aufgehängt. Unter anderem wurde am Gigelturm ein Wanderfalkenkasten in circa 40 Metern Höhe angebracht.

Bild vergrößern: Der neue Nistkasten am Gigelturm ermöglicht dem Wanderfalken einen freien Anflug in großer Höhe.
Der neue Nistkasten am Gigelturm ermöglicht dem Wanderfalken einen freien Anflug in großer Höhe.

Der Wanderfalke ist die größte heimische Falkenart. Vor allem durch das Insektizid DDT, das in der Landwirtschaft zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt wurde, sind die Bestände dieser Falkenart stark zurückgegangen. Aktuell ist kein sesshaftes Brutpaar in oder um Biberach bekannt. 

Durch Nisthilfen sollen die Falken wieder angesiedelt werden. In verschiedenen anderen Städten hat dies bereits funktioniert. Wanderfalken sind spezialisierte Vogeljäger. Aus anderen Städten, in denen Wanderfalken brüten, ist bekannt, dass sie die lokale Taubenpopulation als Nahrungsquelle nutzen. Vor allem in der Brutzeit wird viel Futter benötigt. Daher dürfte ein Einfluss auf den Taubenbestand spürbar sein, wenn ein Wanderfalkenpaar in Biberach brütet. Für den Wanderfalken ist ein freier Anflug in großer Höhe wichtig. Daher ist der Standort des Nistkastens am Gigelturm gut geeignet.

Neben dem Wanderfalkenkasten wurden zwei Brutkästen für den Turmfalken aufgehängt: einer auf dem Dach der Braith-Schule, der andere auf dem Turm am Wieland-Gymnasium. Der Turmfalke isst zwar vom Regenwurm bis zur Maus eigentlich alles, Tauben stehen aber nicht auf seinem Speiseplan. Da die Tauben den Turmfalken allerdings schlecht vom Wanderfalken unterscheiden können, vergrämt der Turmfalke die Tauben. 

Die Brutkästen werden vom NABU ehrenamtlich betreut und regelmäßig kontrolliert. Die Stadt erhofft sich, dass die Brutkästen spätestens zur nächsten Brutsaison von Wander- und Turmfalken bezogen werden. Dies wäre ein Erfolg für die Artenvielfalt und zugleich eine natürliche Taubenabwehr.