Städtische Archive
"Beschäftigung mit und Kenntnis der Geschichte lässt uns begreifen, wie wir zu dem wurden, was wir sind".
Archive helfen, indem sie die zum Verständnis der Vergangenheit notwendigen Informationen aufbewahren und zugänglich machen, sowohl der heutigen als auch zukünftigen Generationen ihre Gegenwart besser zu verstehen. Als Aufbewahrungsort für Unterlagen, die aus der Arbeit von Verwaltungen entstehen, werden Archive oft als "Gedächtnis der Verwaltung" bezeichnet.
In den Magazinen der Städtischen Archive findet sich die schriftliche Überlieferung der Stadtverwaltung, des Hospitals und der Gemeinschaftlichen Kirchenpflege in Form von Urkunden, Amtsbüchern, Akten und Plänen, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Diese Archivalien können sie bei uns einsehen und auswerten sofern keine durch das Landesarchivgesetz festgelegten allgemeinen und personenschutzrechtlichen Sperrfristen entgegenstehen.
Was machen die Städtischen Archive?
- Übernehmen der Unterlagen aus den Verwaltungen und Sammeln von Fotos, Karten, Plakaten zur Biberacher Stadtgeschichte, aber auch Firmen-, Vereins- und private Dokumente;
- Entscheiden welche Unterlagen "archivwürdig" sind, also auf Dauer im Archiv aufbewahrt werden sollen, und welche vernichtet werden können;
- Erschließen der Unterlagen durch Findmittel (Findbücher, -karteien, -listen, -dateien);
- Verwahren der Unterlagen um dieses einmalige kulturelle Erbe unbeschadet der nächsten Generation übergeben zu können;
Was bieten die Städtischen Archive?
- Die Benutzung der Archivalien steht jedermann offen. Es werden mündliche und schriftliche Auskünfte erteilt und die Archivalien können im Benutzerraum eingesehen werden;
- Beratung bei Fragen zu Stadtgeschichte, Familienforschung, Firmengeschichte o.ä.
- Förderung der Kenntnis der Stadtgeschichte durch Öffentlichkeitsarbeit wie Führungen, Zusammenarbeit mit Schulen und Arbeitskreisen sowie durch Veröffentlichung von Forschungsergebnissen in einer Schriftenreihe;
- Präsenzbibliothek mit stadtgeschichtlicher und historischer Literatur.
Bestände der Städtischen Archive
- A: Hospitalarchiv
Das Hospitalarchiv befand sich seit seiner Gründung bis 1981 in den Räumen des Spitals und enthält ca. 3900 Urkunden des 13.-19. Jh., ca. 3700 Amtsbücher wie Urbare, Gerichtsbücher und Handschriften des 12.-20 Jh. und ca. 300 lfm Akten. Die Überlieferung ist nahezu vollständig, so dass eine Vielzahl an Informationen zur Geschichte des Spitals, der Stadt Biberach sowie der zum Spital gehörenden Ortschaften und seiner Einwohner ermittelt werden kann.
- B: Gemeinschaftliche Kirchenpflege
Das Archiv der Gemeinschaftlichen Kirchenpflege befand sich nach wechselnder Unterbringung von 1850-1981 im Kirchturm der Stadtpfarrkirche St. Martin. Es enthält die Bestände der Kirchen- und Kapellenpflege (Verwaltung der Stiftungen) und der Pfarrpflege (Verwaltung des Pfarreinkommens)mit ca. 1200 Urkunden vom 13.-18. Jh. sowie Amtsbücher und Akten des 16.-19. Jh. über die Pfarrkirche, ihre Güter und Stiftungen in Biberach und zahlreichen Ortschaften. 1809 wurden beide zur Stiftungspflege. (seit 1905 Gemeinschaftlichen Kirchenpflege) vereinigt. In deren Beständen finden sich Rechnungen und Akten u.a. über die Verwaltung der Naturalien, der Güter und Gefälle die zur Stiftungspflege gehörten, über Gebäude der Gemeinschaftlichen Kirchenpflege und das Schulwesen des 19. und 20. Jh. .
- C: Reichsstadt
Das Reichsstädtische Archiv wurde durch den Kirchturmbrand von 1584, vor allem aber durch unzureichende Unterbringung und tiefgreifende Aktenvernichtung im 19. Jh. bis auf einen kläglichen Rest vernichtet. Übriggeblieben sind u.a. Urkunden, Akten und Bände des 14.-19. Jh., darunter Ratsprotokolle ab 1555, Bürgerbuch von 1462-1793 und Gerichtsbücher ab 1468, Rechenbücher ab 1602, Statuten und Ordnungen.
- D: Ältere Akten der Stadtverwaltung und Bände ab dem 19. Jh
In diesem Bestand befinden sich beispielsweise Akten aus der Übergangszeit zwischen 1803 und ca. 1880 über Rechte und Lasten der Stadt und Beilagen zu Gemeinderatsprotokollen. Die Bände enthalten u.a. Gemeinderatsprotokolle bis in die heutige Zeit, Kirchenkonvent- und Stiftungsratsprotokolle, sowie Bürgerlisten des 19. Jh.
- E: Altregistratur des Bürgermeisteramtes
Der Bestand dokumentiert den gesamten Aufgabenbereich der Stadtverwaltung von ca. 1810 bis 1975.
- F: Freiwillige Gerichtsbarkeit
Bis 1900 wurden von den Gemeinden auch Aufgaben der Freiwilligen Gerichtsbarkeit wahrgenommen. Die zugehörigen Archivalien sind häufig für Familienforscher interessant , wie Güterbücher, Unterpfandbücher, Kaufbücher, Inventuren- und Erbschaftsteilungen sowie Pflegschaftsrechnungen.
- G: Städtische Aktenregistraturen des 19. und 20. Jh.
Die immer stärkere Erweiterung der städtischen Aufgaben machte eine Arbeitsteilung und damit die Bildung von Fachämtern wie Hauptamt, Amt für öffentliche Ordnung, Kulturamt, Stadtwerke etc. notwendig. Der Bestand wird durch die Stadtverwaltung laufend ergänzt, die neueren Unterlagen sind aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nur eingeschränkt nutzbar.
- H: Finanzwesen
Städt. Rechnungen, Schrannenrechnungen u.a. geben über Wohlstand und Finanznot einer Stadt Auskunft.
- I: Steuerverwaltung
Steuerbücher, Feuerversicherungsbücher ab 1808, Gewerbesteuerkataster, Grund- und Gebäudesteuerkastaster und -akten zeugen von der Steuerkraft und damit von Besitzverhältnissen der städtischen Bürger.
- K: Fremdarchivalien
Schriftgut von Vereinen oder Familien wie z.B. das Familienarchiv Pflummern, die Überlieferung des Roten Kreuzes aus dem 1. Weltkrieg oder Unterlagen der Friedensbewegung der 80er Jahre.
- L: Nachlässe
Unterlagen von Privatpersonen wie Stockhammern, Buttschardt, Hauschild, Bruder.
- M: Sammlungen
Der Bestand ergänzt die Überlieferung der städtischen Verwaltung und enthält u.a. das Fotoarchiv, die Biberacher Zeitungen ab 1805, oder Zunftakten. Die zeitgeschichtliche Dokumentation mit Zeitungsausschnitten, Broschüren, Flugblättern soll der raschen und umfassenden Information über aktuelle Ereignisse dienen.
- N: Ortsteilarchive
Die Archive der ehemaligen Gemeinden Birkendorf, Bergerhausen und Rissegg werden ebenfalls in den Räumen der Städtischen Archive aufbewahrt, hingegen befinden sich die Archive von Ringschnait, Mettenberg und Stafflangen in den Ortsteilen selbst.
- O: Deposita
Vereine und Privatpersonen können ihre Registraturen auch in den Archiven hinterlegen, so z.B. der ehemalige Kunst- und Altertumsverein (heute Gesellschaft für Heimatpflege), der Sängerbund sowie der ehemalige Liederkranz.
Veröffentlichungen
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Das Spitalarchiv Biberach an der Riß (Inventare der nichtstaatlichen Archive in Baden-Württemberg, Heft 5 und 6) Karlsruhe 1958 und 1960 |
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| Biberacher Studien | |
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BAND 1: Jürgen Schneider Die Studienstiftung des Biberacher Bürgermeisters Gottschalck Klock an der Universität Tübingen 1594-1962 1973 (vergriffen) |
BAND 2: Christine Rieber Dr. Hans Schad (1469-1543). Vom Patriziat zum Landadel 1975 |
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BAND 3: Franz Schlegel Justinus Heinrich Knecht, ein Biberacher Komponist 1980 4,40 Euro |
BAND 4: Stefan Uhl Schloss Warthausen 1992 15,50 Euro |
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Band 5: Hartmut Knittel, Uwe Schmidt, Ulrich Seemüller Schduagrd, Ulm ond Biberach. 150 Jahre Eisenbahn in Biberach 1999 9,00 Euro |
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Band 6: Reinhold Adler Das war nicht nur "Karneval im August" Das Internierungslager in Biberach an der Riß 1942-1945 Geschichte - Hintergründe Biberach 2002 ISBN 3-9806818-2-3 24,30 Euro |
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| Biberacher Studien Reihe Quellen | |
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BAND 1: Adam Kuhn Chronik der Stadt Biberach 1800-1914 2000 16,00 Euro |
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| Biberacher Geschichte(n). Geschichte und Kultur in Stadt und Landkreis Biberach | |
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BAND1: Reinhold Adler |
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| Sonstige Veröffentlichungen | |
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Biberach um 1900 Hrsg. v. Stadt Biberach 2000 7,00 Euro |
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Frauen Geschichte(n)
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Sämtliche Veröffentlichungen können bei den Städtischen Archiven bestellt werden.
Öffnungszeiten & Kontakt
Die Städtischen Archive befinden sich im 3. Stock der Volkshochschule.
Mi, Do
08:30 - 12:30 Uhr
14:00 - 18:00 Uhr
Sowie nach Vereinbarung.
Da die Städtischen Archive auch während der Öffnungszeiten nicht ständig besetzt sind, empfiehlt sich eine vorherige telefonische oder schriftliche Anmeldung.
